Die von der Magdeburger Landschaftsarchitektin Kathrin Schube und ihrem Team entworfenen Pläne für einen neuen Mehrgenerationen-Spielplatz im Wohngebiet Staßfurt-Nord wurden gestern erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Staßfurt l Dieses wichtige Vorhaben soll bereits im März in Angriff genommen werden und nach einer rund achtwöchigen Bauzeit seiner Bestimmung übergeben werden, sagte die Architektin.

Wie ihre Mitarbeiterin Anne Puchta informierte, soll der Mehrgenerationen-Spielplatz auf der langgezogenen Fläche zwischen den Wohnblöcken des Berufsförderungswerkes und dem ehemaligen Sportplatz in der Straße der Völkerfreundschaft in Staßfurt-Nord entstehen.

"Dann wird es dort mehrere Stationen geben, die alle Generationen ansprechen sollen."

Geplant sei, zwischen dem alten und dem neuen Spielplatz einen Weg anzulegen, der die beiden Flächen verbindet. "Dann wird es dort mehrere Stationen geben, die alle Generationen ansprechen sollen", kündigt Puchta an.

An vier Standorten sollen insgesamt sechs Spiel- und Sportgeräte aufgebaut werden. Davon stehen zwei, nämlich eine Nestschaukel, die auch von Rollstuhlfahrern oder von Kindern mit einer Behinderung genutzt werden kann, und ein Radtrainer, bereits fest, sagt Puchta. Die anderen vier sollen sich die künftigen Nutzer, die Kinder, Erwachsenen und die Senioren, möglichst selbst aussuchen.

Von dieser nicht alltäglichen Möglichkeit der Mitbestimmung machten gestern auch die Schüler der Klasse 4a der Grundschule Nord, in deren Aula die Präsentationsveranstaltung stattfand, Gebrauch.

Sie konnten jeweils vier Punkte vergeben und sich damit entscheiden, ob sie dort einen Parallelschwinger, einen Oberkörpertrainer, Sprung- und Wipp- oder Schwing- und Wackelgeräte oder solche haben möchten, die die Beweglichkeit fördern.

Nataly setzte einen ihrer Punkte ohne zu Zögern auf das Spiel "Herr der Ringe", "weil das interessant ist und man sich drin bewegen kann", sagte die Viertklässlerin.

"Das ist cool und man kann springen und sich drehen."

Ihre Mitschüler Andreas und Thomas finden das "Gras"-Gerät besser. "Das ist cool und man kann springen und sich drehen", sagten sie übereinstimmend. Weil man den Parallelschwinger zu zweit benutzen kann, stand er bei Viktoria ganz hoch im Kurs.

An der Abstimmung beteiligten sich gestern auch die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte "Bummi" in Staßfurt-Nord sowie zahlreiche Senioren. Schließlich sollen auch die älteren Bewohner des ehemaligen Leninrings, zum Beispiel beim Aufpassen auf die spielenden Enkel, auf dem Mehrgenerationen-Spielplatz ihren Spaß bei einer altersgerechten körperlichen Betätigung haben.

Peter Maier, der Vorsitzende des Stadtseniorenbeirates, der in der Projektgruppe "familienfreundliches Wohnquartier" mitarbeitet, lobte gestern die von 10 bis 18 Uhr angesetzte Bürgerbeteiligung ausdrücklich. "Das ist eine prima Sache", sagte Maier.

Diejenigen, die diesen Platz intensiver in Beschlag nehmen werden, sollten viel stärker auf die Planung schauen, sagte Oberbürgermeister René Zok mit Blick zu den Grundschülern. Die Auswertung der Abstimmungsergebnisse soll schon am 23. Januar um 10 Uhr in einer Beratung im Berufsförderungswerk erfolgen.

Dieses rund 65 000 Euro teure Vorhaben, das nur durch Fördermittel und Sponsorengelder möglich wird, ohne die Stadtkasse zu belasten, bringe das Projekt "familienfreundliches Wohnquartier" einen Schritt weiter, sagte Zok und fügte hinzu: "Ich glaube, dass wir schon zu Pfingsten dort spielen können, wenn wir Glück haben." Die Geräte des alten Spielplatzes sollen in die neue Anlage integriert werden.

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