In Groß Börnecke haben Gemeindearbeiter damit begonnen, einen alten Graben zu rekonstruieren. Unerwartet ausgebremst wurden sie dabei von Bürgern. Über Nacht wurde ein Baumstumpf abgesägt, mit dem die Arbeiter eine Wurzel ziehen wollten.

GroßBörnecke l An der Friedrich-Stengel-Straße haben Gemeindearbeiter damit begonnen, einen alten Graben wieder herzustellen. In den vergangenen Jahrzehnten war der Graben offenbar vergessen worden. Direkt neben der Ortsdurchfahrt wucherten Bäume das kleine Gewässer im Laufe der Zeit zu.

Damit die Minibagger überhaupt etwas ausrichten können, haben die Gemeindearbeiter auch einige Bäume absägen müssen. Um auch die Wurzeln entfernen zu können, hatten sie große Baumstümpfe stehen lassen. Daran wollten sie Seile befestigen, um so die Bäume aus dem Morast zu ziehen.

Womit keiner der Gemeindearbeiter gerechnet hatte, war, dass Bürger über Nacht die Baumstümpfe absägen. "Das ist eine Frechheit", sagt Bauamtsleiterin Sigrid Bleile. Und auch die Börnecker Ortsbürgermeisterin Ethel Muschalle-Höllbach ist entsetzt. "Das ist eine riesige Sauerei", schimpft sie. Wie die Arbeiter nun das Wurzelwerk aus dem Boden bekommen sollen, sei noch offen. Vor allem sei es dreist, direkt neben der Ortsdurchfahrt die Baumstümpfe abzusägen, meint sie. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kein Anwohner bemerkt haben will", wüsste sie gern den Namen des Täters.

Dabei ist die Öffnung des zugewachsenen Grabens wichtig für die Entwässerung des Ortes. Oberhalb der Ortschaft sprudelt das Wasser aus Quellen aus dem Boden. Früher wurde viel Trinkwasser rund um den Ort gefördert, sagt ein Anwohner. Die Zeiten seien aber lange vorbei. Das Trinkwasser fließe nun ungenutzt durch die Landschaft. Vor der Stengelstraße, die wie ein Damm wirkt, staut sich das Wasser. Die vor der Straße liegenden Gärten seien regelrecht überflutet, beschreibt Gemeindearbeiter Peter Wartmann. Ohne den Graben könne das Wasser nicht abfließen.

Unter der befestigten Freifläche vor dem Bauernteich ist sogar ein Rohr verlegt, damit das Wasser abfließen kann, haben die Gemeindearbeiter entdeckt. Den zugewachsenen Teil des Grabens wollen sie auch noch verrohren. "Dann können die übrigen Weiden einfach stehen bleiben und müssen nicht alle gefällt werden", sagt er. Allerdings ist die Arbeit an den wenigen Grabenmetern mühsam. Nur Stück für Stück kann der kleine Minibagger die einstige Rinne wieder herstellen. Mit größerem Gerät können die Gemeindearbeiter kaum anrücken auf dem völlig durchnässten Boden. "Die Baumaschinen würden wohl im Boden einsinken", meint Peter Wartmann. Deswegen komme es auf die mühsame Handarbeit an. Die Gemeindearbeiter hoffen, dass es nicht zu weiteren Behinderungen durch die Bürger kommt.