Die Fußballschule des Eisenbahnersportvereins Lokomotive Güsten steht kurz davor, eine prominente Sportlerin in ihre Chronik aufnehmen zu können. Julia Gornowitz ist nämlich drauf und dran, sich in die Frauenmannschaft des DFB zu kämpfen.

Güsten/Schönebeck l Im Mittelpunkt zu stehen, ist noch nicht so die Sache von Julia Gornowitz. Dabei drängt die junge Torhüterin vom Magdeburger Frauenfußball-Club (MFFC) sportlich mit Macht nach vorne. Im Oktober 2013 wurde die inzwischen 18-Jährige, die ihre Fußball-Laufbahn beim ESV Lok Güsten begann, zur U-19-Nationalmannschaft der Frauen eingeladen. Und dabei soll es nicht bleiben. "Ich möchte im Sommer zum deutschen EM-Kader gehören", sagte Gornowitz am Montagabend noch etwas schüchtern auf dem Neujahrsempfang des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt in der Weltrad-Manufactur in Schönebeck.

Der MFFC und der ESV Lok Güsten wurden bei dieser Veranstaltung von DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock jeweils mit einem Scheck in Höhe von 2700 Euro bedacht. Das Geld stammt aus dem Bonussystem für Vereine der DFB-Talentförderung. Die Vereinspräsidenten Karl-Edo Fecht (MFFC) und Hartmut Kurde (ESV) waren dankbare Abnehmer. Der ESV weiß schon, wie das Geld angelegt werden soll. "Wir werden es in die Jugendarbeit stecken", so Jugendkoordinator Dirk Herrmann. "Jugendtore und Bälle, vielleicht auch ein Satz Trikots stehen auf unserer Wunschliste."

Im Mittelpunkt der Ehrung stand natürlich Julia Gornowitz, die von beiden Vereinen ausgebildet wurde. Seit 2008 spielt die Magdeburger Sportschülerin, die in diesem Jahr ihr Abitur machen will, beim Zweitligisten und klopft momentan an die Tür zur ersten Mannschaft. "Sie ist sehr beständig und zuverlässig, hat tolle Reaktionen. Nur etwas Erfahrung fehlt natürlich noch", lobte MFFC-Präsident Karl-Edo Fecht.

Die Fähigkeiten sind auch den Trainerinnen des DFB nicht verborgen geblieben. Zweimal stand Gornowitz in der U-15-Auswahl im Kasten, es folgten drei Länderspiele in der U 17. Im Herbst kam schließlich die Einladung zum Lehrgang der U 19, wo Gornowitz aber noch die Nummer zwei hinter der Wolfsburgerin Merle Frohms war. Großes Ziel ist nun die U-19-EM in Norwegen (15. bis 27. Juli). Vorher wartet aber auch noch eine Aufgabe in Magdeburg: "Wir wollen natürlich den Klassenerhalt mit dem MFFC schaffen", sagte Gornowitz.

Julia hat ihre Liebe zum runden Leder auf dem Pausenhof der Güstener Grundschule beim Bolzen mit den Jungs entdeckt. Die nahmen "Gorni" schließlich mit zum Training des ESV. Vor sechs Jahren wechselte das damals zwölfjährige Mädchen dann nach Magdeburg, wo Julia im Internat wohnt. Bei normalem Spielbetrieb versucht sie, das Wochenende zu Hause in Güsten zu verbringen. Als ihr größter Fan feuert sie ihr Opa zumindest bei jedem Heimspiel an.

Mit Eileen Alsleben hatte der ESV Lok übrigens schon einmal ein Talent, dass es bis in Bundesliga-Vereine wie Turbine Potsdam und den VfL Wolfsburg schaffte.