In Neundorf weiß gerade so keiner richtig, wie es mit der Grundschule weitergeht. Zwar hat der Stadtrat indirekt eine Schließung der Schule beschlossen, die offizielle Aussage zur Zukunft der Schule steht aber aus.

Neundorf l Die Neundorfer Eltern sind derzeit verunsichert, was die Zukunft ihrer Kinder angeht. Die Schließung der Schule ist zwar so gut wie sicher, offiziell ist sie jedoch noch nicht.

Hintergrund: Der Stadtrat hatte einer Öffnung des Schulbezirks, mit der Staßfurter Kinder die Neundorfer Schule hätten anfüllen können, abgelehnt. Die Schulschließung ist aber Teil des Schulentwicklungsplan des Salzlandkreises 2014/15 bis 2018/19. Dieser Plan muss erst vom Landesschulamt genehmigt werden. Aller Voraussicht nach wird er auch, die Neundorfer Schule betreffend, so genehmigt. Denn das Land selbst will die "Zwergschulen" reduzieren.

"Es gibt vom Landesschulamt bisher noch keine Rückmeldung zur Schulentwicklungsplanung des Salzlandkreises", erklärt die Sprecherin des Salzlandkreises. Weil der Schulentwicklungsplan noch nicht genehmigt ist, steht nicht offiziell fest, dass die Grundschule Neundorf geschlossen wird, erklärt dazu auch Hans-Georg Köpper, Fachbereichsleiter der Stadt Staßfurt: "Damit hat der Beschluss noch keine Rechtskraft."

Aus diesem Grund müssen sich die Erstklässler für das Jahr 2015/2016 noch an der Grundschule Neundorf anmelden. Erfolgt dann die Schließung "offiziell", wird der Grundschulbezirk Neundorf an die Staßfurter Uhland-Schule angeschlossen. Die Stadtverwaltung muss sich an diese Formalien halten und kann nicht "den zweiten Schritt vor dem ersten tun".

Auch die Leiterin der Neundorfer Kita Ines Niehoff betont, dass eine Schulschließung noch nicht endgültig feststeht. "Aber natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, falls es zu einer Schließung kommt", sagt sie.

"Tritt dieser Fall ein, dann werden sich die Schulleiterin der Grundschule Neundorf, der Uhland-Schule und ich an einen Tisch setzen und Maßnahmen einleiten, um den Kindern den Übergang so leicht wie möglich zu machen", sagt Niehoff. Es könnte zum Beispiel eine Lehrerin der Grundschule Neundorf, die bereits jetzt die Kita-Kinder zum Kennenlernen besucht, als deren Klassenlehrerin übernommen werden. Sobald klar ist, welche Schule die Neundorfer Erstklässler besuchen werden, wird das Kita-Team mit ihnen Ausflüge an ihre neue Schule unternehmen, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen können.

Ines Niehoff berichtet auch, dass Eltern künftiger Erstklässler vor allem um den Hort besorgt waren. "Ich konnte den Eltern versichern: Der Hort bleibt auf alle Fälle in Neundorf bestehen." Diese Aussage sei für viele Eltern eine Erleichterung gewesen.

Sollten die Kinder in die Uhland-Schule kommen, sichert der Landkreis die Busverbindung für die Schüler zwischen Neundorf und Staßfurt ab. "In der Uhland-Schule endet der Unterricht 13.15 Uhr und nicht 13 Uhr wie bei uns, da wird es eine kleine zeitliche Verschiebung geben", so Niehoff. Wie bei jedem Schülertransport wird eine Erzieherin die Kinder von der Bushaltestelle in den Hort begleiten.

Für Eltern ist dies keine schöne Situation. Katrin Wüstenhagen von der Bürgerinitiative Löderburg weiß: "Man muss sich als Elternteil auch einrichten. Wie wird der Weg zur Schule mit der Arbeit der Eltern koordiniert? Aus welcher Schule hole ich mein Kind ab? Busfahrten und Schulweg übt man vorher mit dem Kind ein. Ich stelle es mir schwierig vor, wenn ich nicht weiß, wo mein Kind zur Schule geht."

Die Bürgerinitiative aus Neundorf hat sich aufgelöst. Frank Rögner sagt: "Wir Eltern waren sehr enttäuscht, wie aggressiv der Stadtrat und vor allem die CDU gegen die Öffnung der Schulbezirke gehandelt hat."