Gemeindearbeiter müssen vor allem eins sein: flexibel. Bei Schneefall beginnt ihr Dienst mitten in der Nacht. Um 3.30 Uhr begannen die Schneidlinger Arbeiter ihre Schicht.

Schneidlingen l Wenn in Schneidlingen der Winter Einzug hält, haben die beiden Gemeindearbeiter nur eine kurze Nachtruhe. Um drei Uhr gestern früh war für Günter Stach und Michael Niemann die Nacht zu Ende. Eine halbe Stunde später starteten die beiden zum Winterdienst in der Ortschaft. Motorisiert und mit der Hand beseitigten sie stundenlang den frisch gefallenen Schnee.

Priorität beim Winterdienst haben dabei vor allem die Wege zu den Kindereinrichtungen in der Ortschaft. Die Straße zur Sekundarschule und zum Kindergarten müssen deshalb als eine der ersten innerörtlichen Verbindungen geräumt werden. Doch längst nicht überlall können die Gemeindearbeiter Räumtechnik zum Einsatz bringen. Oftmals müssen sie mit dem Schneeschieber arbeiten. Das hält dann natürlich entsprechend auf.

Auf den öffentlichen Fußwegen muss Günter Stach neben dem Besen auch noch Sand und etwas Salz einsetzen. Abstumpfen muss er den Weg, damit die Bürger nicht ausrutschen.

Nur an ganz gefährlichen Stellen darf er Salz als Taumittel einsetzen. Auch für die Bürger bleibt Salz tabu, sagt er. Nur wo nichts anderes mehr wirke, dürfe der Stoff ausnahmsweise eingesetzt werden. In den kommenden Tagen gilt für die beiden Gemeindearbeiter Urlaubssperre, schildert Günter Stach. Denn im Winterdienst werden beide Mitarbeiter benötigt. "Einer allein kann das in acht Stunden nicht schaffen", weiß er.

Einige Kilometer Strecke kommen im Winterdienst an einem Tag locker zusammen. "Die beiden machen ihre Arbeit ausgezeichnet", lobt Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann die Gemeindearbeiter. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung noch im Bett liege, seien sie schon auf den Straßen unterwegs, um für Sicherheit zu sorgen, unterstreicht sie.

Bis in enge Gassen müssten sie sich vorarbeiten, zeigt sie großen Respekt vor der Leistung. Sie appelliert aber auch an die Einwohner, die Arbeit des Winterdienstes zu unterstützen. Noch immer gebe es einige Bürger, die ihren Schnee vom Bürgersteig auf die Straße schieben, erklärt sie. Dabei sorgen die Schneehaufen auf den Straßen dafür, dass die Straßen immer enger werden.

Es sei im Winter und bei Schnee nun mal normal, dass die Bürgersteige etwas enger werden, weil der Schnee Platz beansprucht, erklärt sie. Die Bürger sollten nicht ihre Schneeberge auf die Straße schieben, rät auch Günter Lach. "Wenn wir mit dem Schneepflug kommen, schieben wir den Schnee wieder zurück", weiß er.

In den kommenden Tagen soll es klirrend kalt werden. Auch am Wochenende haben die Gemeindearbeiter deswegen Bereitschaft. Der tägliche Blick zum Wetterdienst gehöre im Winter einfach dazu, sagt Günter Lach. Schließlich wollten sie nicht überrascht werden vom Schnee, betont er. Erst gegen Mittag haben die beiden Gemeindearbeiter ihre Tour durch den Ort beendet. Nur eine kleine Frühstückspause haben sie dabei zwischendurch eingelegt.

Bei den tiefen Temperaturen müssen sich die beiden auch darum kümmern, dass die Technik einsatzbereit bleibt. Vor allem die Fahrzeugbatterien zeigen sich mitunter empfindlich gegenüber sehr tiefen Temperaturen. Die Technik müssen sie bei dem kalten Wetter beinahe täglich warten. Einen Ausfall der Fahrzeuge können sie sich kaum leisten.

Auch in den anderen Orten der Stadt Hecklingen waren die Gemeindearbeiter gestern im Dauereinsatz. Dank der tiefen Temperaturen dürfte der Schnee aber auch in der kommenden Woche das bestimmende Bild bieten. Neben den Gemeindearbeitern sind auch die Bürger zumindest für die Fußwege im Winterdienst zuständig. Sehr ordentlich verlaufe dies, schätzt Ingrid Engelmann für Schneidlingen ein. Die Bürger kommen ihren Pflichten sehr gut nach, meint sie. Nur bei den verlassenen Grundstücken türmt sich in der Stadt teilweise der Schnee auf den Gehwegen.

Trotz der teils sehr tiefen Temperaturen in den vergangenen Tagen sind noch längst nicht alle Gewässer von Eis bedeckt. Diejenigen Gewässer, die bereits eine Eisschicht tragen, dürfen nicht betreten werden. Es dürfte bei anhaltend tiefen Temperaturen noch einige Zeit dauern, bis die Gewässer eine tragfähige Eisdecke ausbilden, warnt die Stadtverwaltung vor dem Betreten von Eisflächen.