Trotz eisiger Kälte fanden sich rund 40 Bürger zur Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Staßfurter Friedhof Hecklinger Straße ein. Unter ihnen Mitglieder mehrerer Parteien.

Staßfurt l "Die Auseinandersetzung mit ultra-rechten Sprüchen und Scheinargumenten beginnt zu Hause am Esstisch und muss in Schulen und sozialen Einrichtungen fortgesetzt werden", stellte Gerhard Wiest (Linke) in seiner Gedenkrede fest. Anlässlich des bundesweit begangenen Gedenktags waren etwa 40 Bürger, Mitglieder der Linkspartei, SPD und CDU zum Mahnmal gekommen, auch Oberbürgermeister René Zok und seine Frau.

"Ein Gedenken an die Opfer des Faschismus ist nicht Aufgabe eines Tages im Jahr."

Gerhard Wiest, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Bildung des Stadtrats, spannte einen Bogen von den Gräueln der Naziherrschaft und deren ökonomischen und sozialen Ursachen bis zu Erscheinungen neofaschistischer Ideologie in der Gegenwart. Er mahnte: "Ein Gedenken an die Opfer des Faschismus ist nicht Aufgabe eines Tages im Jahr." Politik und Erziehung nachfolgender Generationen seien wichtig, damit man sich "morgen nicht über Unwissenheit und Unkultur beklagen muss". Der Faschismus habe gezeigt, dass eine bürgerliche Kultur geistig reif gemacht werden konnte, moralische Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens mit Füßen zu treten.

Der Redner würdigte die Stolperstein-Aktion und verwies darauf, dass Staßfurter Schulen mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" eine hohe Verpflichtung eingegangen sind.

Er rief auf, Courage zu zeigen unter anderem "gegen größenwahnsinnige Allmachtsallüren und Chauvinismus, gegen Hass gegenüber Andersdenkenden, gegen Ausgrenzung von Menschen aus unserer Gesellschaft, gegen Einteilung von Menschen in höherwertig und minderwertig, gegen Verherrlichung von Gewalt oder Krieg".