Salz und Pfeffer? Orden? Kussfreiheit? Was hat es damit auf sich? Dijana I. und Mathias I. haben Volksstimme-Redakteurin Franziska Richter auf ein Gläschen Sekt nach Hause eingeladen und vom Leben als Prinzenpaar erzählt. Immer an ihrer Seite: Simone und Christian Boos, das Prinzenpaar der vergangenen Session.

Atzendorf l Über den großen Hof führt mich der Weg zu dem alten Herrenhaus in Atzendorf, in dem die Cosics wohnen. Hinter der Tür wartet gleich Simone Boos, mit den Sektgläsern in der Hand. "Komm, wir trinken ein Gläschen und dann erzähen wir mal alles", sagt sie. Simone Boos betreut Dijana und Mathias Cosic in allen Dingen, die den Karneval betreffen.

"Ihr kennt euch wohl aus in Sachen Karneval?", frage ich. "Ach", meint Simone. "Bis zur letzten Session wussten wir auch nicht viel". Als Christian und Simone dann aber als Prinzenpaar den Karneval stürmten, sind auch Dijana und Mathias auf den Geschmack gekommen. Über zehn Jahre sind die beiden Paare schon befreundet, die Männer gehen zusammen auf die Jagd. "Wir haben im vergangenen Jahr zugeschaut, dann kamen wir ins Gespräch mit den Maindoks und Dirk Kost", sagt Mathias. "Außerdem braucht der Karneval schließlich mal ein junges Prinzenpaar, oder?" Das war natürlich Spaß. Wer sich mit dem Prinzenpaar gut verstehen will, der braucht Sinn für Humor.

Aber weiter im Text: "Na ja, dann haben uns entschlossen, das neue Prinzenpaar zu sein. Uns steht ja auch das ehemalige Prinzenpaar zur Seite", meint Mathias. "Und mir hat Simone Mut gemacht", sagt Dijana. Immerhin ist die Aufgabe des Prinzenpaars ein ganz schöner Brocken: Es repräsentiert die Stadt und alle Mitwirkenden des Karnevals, von der Eröffnung der Session am 11. November bis zum Aschermittwoch.

"Hat die Volksstimme denn schon einen Orden?", fragt Mathias und springt auf. "Noch nicht? Dann wird es Zeit", sagt er und übergibt den Orden inklusive Kuss. "Was hat es nur mit dieser ganzen Küsserei auf sich?", frage ich. "Na die Kussfreiheit", erklärt Christian Boos, der mittlerweile in den Männerchor eingetreten ist und ab und zu mitsingt. "Die Prinzessin verkündet am Sonnabend bei der ersten Veranstaltung die Kussfreiheit. Jeder darf sie dann küssen."

Simone holt jetzt den Kalender raus. "Die Termine organisieren wir gemeinsam", sagt sie. Das sind nicht nur die drei großen Karnevalsveranstaltungen. "Wir besuchen die Kitas und Altenheime", sagt Dijana. "Nach den Stellproben, Sangesproben und der Generalprobe sind wir bei anderen Karnevalsveranstaltungen, zum Beispiel in Quenstedt oder Aschersleben."

"Schau mal, hier", zeigt Dijana auf ein kleines Tischlein neben dem Sofa. "Das ist unser kleiner Karneval-Altar." Hier liegen Schlüssel und Krone. Sie werden von Session zu Session an das jeweilige Prinzenpaar weitergegeben.

Simone holt unterdessen eine große Papierrolle hervor. "Die Rede müsst ihr nochmal üben bis Sonnabend", fordert sie. Los geht es mit der Probe: Konzentriert lesen Prinz und Prinzessin die Proklamation ab. Am Sonnabend muss sie sitzen. "Nein, auswendig müssen wir sie nicht können. Wir werden die Rolle auf der Bühne dabei haben", sagt Mathias. Nach der

Proklamation werden die beiden

während des ganzen Programms auf der Bühne sitzen. Ihre Aufgabe: Gut aussehen. Ein angenehmer Job eigentlich, während unzählige weitere Karnevalsfreunde das Programm auf der Bühne stemmen. Ein kleiner Vorgeschmack? Da das Motto in diesem Jahr "Manege frei zur Narretei" heißt, macht der Vorsitzende des Staßfurter Männerchors Dirk Kost den Zirkusdirektor. Eberhard Kanitz und Eric Maindok nehmen die Stadtpolitik auf die Schippe. Ein echter Zauberer wird erwartet und "Die Pfefferonies" versprechen Witziges, Lustiges und sogar Erotisches in der Manege der Narren. Und noch vieles mehr. Fast unmöglich ist es, alle aufzuzählen.

Unterdessen bei der kleinen Probe der Rede: "Halt, halt, das müssen wir noch mal üben. Richtig laut und sauber", feuert Christian an. Der ehemalige Prinz weiß, wie der Hase läuft und zeigt dem jungen Prinzenpaar, wie das geht. Deshalb setzt das Vierergespann aus altem und neuen Prinzenpaar noch einmal an und ruft "Salz! Pfeffer! Salz! Pfeffer!". Das ist der Schlachtruf des Staßfurter Karnevals. "So ist es schön", meint Prinzenkollege Boos zufrieden und lehnt sich zurück. "Bis Sonnabend habt ihr das drauf!" Chefin Simone weiß: "Das kriegen die beiden hin."

Wer sich davon überzeugen will, für den gibt es noch Restkarten zu ergattern.

Staßfurter Karneval: Sonnabend, 1., 8. und 15. Februar, jeweils ab 19.11 Uhr im Salzlandcenter. Für den 1. und 8. Februar gibt es noch Karten im Reisebüro Pflugmacher oder bei Dirk Kost unter (0176)10081642.

   

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