Hecklingen (nme) l Anlässlich des zehnten Jahrestages der Gründung der Stadt Hecklingen sprach die Volksstimme mit Hecklingens Ortsbürgermeister Gregor Butscher (parteilos).

Volksstimme: Wie bewerten Sie die Gründung der Einheitsgemeinde aus heutiger Sicht?

Gregor Butscher: Dieser Schritt fiel sicher keinem leicht. Die Erwartungen waren hoch, dass gemeinsam die Aufgaben besser bewältigt werden konnten. Ich bin der Meinung, dass dieser Schritt gewagt war, aber die Alternativen für unsere Stadt dazu auch nicht unbedingt besser waren. Im Nachhinein lässt sich trefflich streiten, warum und weshalb. Ich halte es mit einem weisen Spruch aus China: "Alle Menschen sind klug: Einige vorher, andere nachher."

Volksstimme: Was hat die Bildung der Einheitsgemeinde den Orten gebracht?

Gregor Butscher: Die Tücken liegen wie in jeder Beziehung im Detail. Die Vertragsverhandlungen zeichneten schon bestimmte Probleme vor, wie es sich dann auch herausstellte. Nach meiner Auffassung haben alle Ortsteile durch diesen Schritt Erfahrungen in positiver als auch negativer Richtung gemacht. Kompromisslösungen sind nie optimal. In den Jahren wurde mehr geschaffen als in den 40 Jahren DDR möglich war. Selbst wenn ausreichend Gelder vorhanden wären, gäbe es immer noch genügend Unzufriedene.

"(Die Gründung der Einheitsgemeinde) fiel sicher keinem leicht. Die Erwartungen waren hoch, dass gemeinsam die Aufgaben besser bewältigt werden konnten."

Volksstimme: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Stadt?

Gregor Butscher: Ich wünsche mir für unsere Stadt einen ausgeglichenen Haushalt. Einen kompetenten Stadtrat mit sachlichem Augenmaß, damit die berechtigten Bedürfnisse unserer Bürger befriedigt werden. Ebenso eine lebensfreundliche Infrastruktur mit einem erfüllten, reichhaltigen kulturellen Leben. Für alle berufsfähigen Bürger eine Erwerbstätigkeit in unserer Nähe, mit einem Einkommen, das genügend Freiheit zum Leben lässt.