Fußgänger müssen peinlich Obacht geben und sich auf einen Slalom einstellen, wollen sie nicht in unappetitliche Tretminen tappen. Hundekot bestimmt das Bild auf öffentlichen Wegen und Plätzen. Darauf machten jetzt wieder verstärkt Staßfurter aufmerksam, die rund um den Königsplatz leben.

Staßfurt l "Es ist einfach unangenehm, wenn man aus der Garage kommt und tritt in einen Haufen", beschreibt Günter Klinck. Der Staßfurter hat aus Verzweiflung schon zur Selbsthilfe gegriffen und die Schablone eines durchkreuzten Hundes in bezeichnender Stellung an seine Fassade geschraubt.

"Die Rosmaringasse ist schon zur öffentlichen Hundetoilette geworden. Auf dem Königsplatz sieht`s aber noch viel schlimmer aus." Dort könne man den Rasen kaum noch betreten, und selbst der Sand des Spielplatzes sei Kindern nicht mehr zuzumuten. An seinen blechernen Hund hat Günter Klinck ein paar Plastiktüten angebracht. "Die Idee habe ich von einem Magdeburger Friedhof", so der Senior. "Ab und zu ist auch mal eine Tüte weg, aber wenn keiner guckt..."

Das verstärkte Hingucken wünschte sich unterdessen die Staßfurter Ordnungsamtsleiterin Susanne Henschke. "Leider steht kaum jemand dazu, wessen Zweibeiner er gesehen hat. Wir können aber selbst nicht ständig auf der Lauer liegen." Henschke versichert, dass auch der Königsplatz im Frühjahr wieder verstärkt in die ständigen Kontrollgänge mit einbezogen werde. Selbst in der Gewissheit, dass dann meist alles seinen ordentlichen Gang gehe, wenn die Kollegen vor Ort seien.

"Abfallrechtlich ist es völlig unbedenklich, wenn der Hundekot mit einer Tüte in einem Papierkorb landet."

Wenn jemand beim Gassigehen mit seinem Hund in flagranti erwischt wird, und die Hinterlassenschaften liegen bleiben, kostet ihm das übrigens 25 Euro - als "Ersttäter", erklärt Ordnungsamtsmitarbeiter Fred Kalcher. Im Wiederholungsfall werde aus dem Verwarngeld ein Ordnungsgeld, was entsprechend höher ausfällt. "Abfallrechtlich ist es völlig unbedenklich, wenn der Hundekot mit einer Tüte in einem Papierkorb landet", so Kalcher.

Für Kerstin Weber wäre das überhaupt kein Aufwand, versteht die Staßfurterin nicht, warum sich die Hundehalter so schwer damit tun. Man lebe nunmal in einer Stadt und nicht in freier Natur. Die Anliegerin des Prinzenbergs ist überzeugt, dass es genügend Papierkörbe als mögliche Endstation für die Haufen gebe.

Und Manfred Böhme geht sogar so weit zu fordern: "Jeder Hundehalter, der Gassi geht, sollte auf Verlangen von Ordnungsamtsmitarbeitern entsprechende Auffangbeutel vorweisen können."

Sarkastisch kommentiert unser Leser Manfred Sura vom Schäfereiberg das Ergebnis eines deutsch-tschechischen Forschungsteams, wonach Hunde ihren Stuhlgang nach dem Magnetfeld der Erde ausrichten und ihn in Nord-Süd-Richtung verlören. "Jetzt weiß ich, warum der Hundekot mitten auf den Gehwegen und unter Briefkastenanlagen liegt." Dennoch findet er, befreie das einen Hundehalter nicht von seiner Pflicht, den Haufen zu beseitigen.

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