31 Einsätze mit insgesamt 118 Stunden fuhr die Feuerwehr Atzendorf - so viele wie noch nie. Und dann was das Jahr 2013 das Jahr der Lehrgänge. Die Kameraden absolvierten 694 Stunden.

Von Karl Seidel

Atzendorf l "2013 ist ein ziemlich aufregendes Jahr mit negativen, aber auch positiven Ereignissen gewesen", so begann Wehrleiter Danny Rasehorn seinen Bericht. Er schilderte in chronologischer Reihenfolge die 31 Einsätze von mehreren Ölspurbeseitigungen bis zu Wohnungs- und Gebäudebränden. Zu einem Einsatz im benachbarten Borne sagte er: "Da waren wir ja noch nie" und fügte schelmisch hinzu: "zu Einsätzen". Bei aller Ernsthaftigkeit - der Humor kam nicht zu kurz in seinem Bericht.

"Es sah aus wie im Krieg."

"Bei der Hochwasserkatastrophe waren wir voll mit dabei," wurde er wieder sehr ernst, "die Atzendorfer Feuerwehr wurde im Schichtdienst in Alsleben, Calbe, Nienburg, Schönebeck, sowie Klein und Groß Rosenburg eingesetzt. Es war für uns unfassbar zu sehen, wie viele Menschen ihr Hab und Gut verloren, Tiere ertrinken mussten, Häuser zusammenfielen - es sah aus wie im Krieg." Dann hob er noch die beispielhafte Solidarität unter allen, die dabei oder betroffen waren hervor, mahnte aber gleichzeitig auch eine bessere Ausrüstung und Spezialisierung der Wehr zur Bekämpfung von Wassernotständen an.

Alle Einsätze aneinandergefügt, nötigten der Wehr 118 Einsatzstunden ab, soviel wie noch nie. Hinzu kamen 24 Dienstabende und zwei Sonderdienste mit einer Beteiligung von 85 Prozent. "Und außerdem war 2013 das Jahr der Lehrgänge. Allein 694 Stunden verbrachten Atzendorfer Kameraden insgesamt im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Staßfurt, aber alles wurde umgesetzt." Rasehorn schilderte jeden Lehrgang mit Atzendorfer Beteiligung und orientierte gleichzeitig darauf, dass es in diesem Jahr mit gleicher Intensität weitergehe.

"Überall ist die Wehr an vorderer Stelle dabei."

Dann kam der Wehrleiter auf andere Höhepunkte 2013 zu sprechen und nannte dabei die Verabschiedung von Christel Goermer nach 27 Dienstjahren in die Alters- und Ehrenabteilung. Mit "Tatü Tata" und Blaulicht ging es durchs ganze Dorf. Nach der feierlichen Verabschiedung durch Wehrleiter und Oberbürgermeister schloss sich eine kräftige Sause im Feuerwehrdepot an. Nicht ohne Stolz wies der Wehrleiter darauf hin, dass die Feuerwehr in Atzendorf auch ein wichtiger Kulturträger im Ort ist. "Vom Osterfeuer bis zum Weihnachtsmarkt - überall ist die Wehr an vorderer Stelle dabei", sagte er. Abschließend bedankte sich der Wehrleiter bei allen für ihre Einsatzbereitschaft.

Nun folgten die Berichte von Jugendwart, Kinderfeuerwehr, Frauengruppe, Sicherheitsbeauftragten und Techniker. Aus allem ging hervor, dass man aktiv an der Weiterentwicklung der Feuerwehr Anteil und Missstände sofort aufs Korn nimmt. So zum Beispiel, dass der Ersatz für eine nicht mehr reparierbare Pumpe fünf Monate dauerte und mit viel Bürokratie verbunden war.

Weiter wurde der nunmehr dritte Einbruch in die Gerätehalle als nicht nachvollziehbar gebrandmarkt. Aber es wurde auch kritisch vermerkt, dass der Eingang zum Feuerwehrgelände noch immer nicht gesichert und instandgesetzt ist. Ob die Versicherung bei einem vierten Einbruch nochmals zahlt, darf bezweifelt werden. Deshalb sagte der dafür zuständige Fachbereichsleiter der Stadt, Wolfgang Kaufmann, in seinem Statement auch kurzfristige Hilfe zu.

Nach dem angenehmsten Teil der Versammlung, den Beförderungen und Auszeichnungen, ging es zum gemütlichen Teil über, der Kameraden und einen Teil der Gäste, darunter der über 90-jährige Kurt Braun, an diesem Abend noch lange beieinander hielt.

 

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