Die neue Volksstimme-Serie "Was ist geworden aus ...?" befasst sich heute mit der Brücke über die ehemalige "Kanonenbahn" bei Hohenerxleben. Die Einwohner bestehen nach wie vor auf eine Verbindung durch die Feldflur in Richtung Bernburg. Der Weg ist seit dem Abriss des Bauwerks 2009 unterbrochen.

Hohenerxleben l Seit dem 2008 bekannt wurde, dass die Brücke keiner Generaluntersuchung mehr stand hält, war und ist das Bauwerk Thema in der Staßfurter Volksstimme. Die Berichte enthielten Protest, Rettungsgedanken, Abriss und wieder Protest. Ursula Pennigsdorf und Jürgen Daumann haben kaum eine Ortschaftsratssitzung ausgelassen, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig den Hohenerxlebern ihre Verbindung in die Natur der südlichen Feldflur und in die Kreisstadt ist.

Daumann hatte aber eigentlich schon aufgegeben, nachdem er und seine Mitbürger sich "verar... gefühlt hatten", wie er sagt, und von der Stadt bereits eingeplantes Geld für eine neue Verbindung dann doch nicht mehr zur Verfügung stand. Er ließ sich gestern dennoch nicht lange bitten, am "Tatort" zu erscheinen.

"Die Welt ist hier in beide Richtungen zu Ende", ist Jürgen Daumann nach wie vor davon überzeugt, dass viele potenzielle Besucher von Heimatfesten in Hohenerxleben wie auch in Stenzfeld zum Beispiel durch die Unterbrechung des sehr gut ausgebauten Feldwegs ausbleiben. Auch das Schloss Hohenerxleben und beispielsweise die Ausfluggaststätte "Reimann`s" an der Saale in Bernburg hätten sicher mehr Gäste, wenn ...

Positiv waren Jürgen Daumann und Ursula Pennigsdorf nun von der Nachricht überrascht, dass die Stadt Staßfurt bei der Bahn Interesse zum Kauf der Trasse zwischen Hohenerxleben und Rathmannsdorf bekundet habe.

"Auch wenn sich scheinbar nichts tut, wir sind am Ball", hatte der Staßfurter Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann kurz zuvor gegenüber der Volksstimme geäußert.

Das lässt hoffen. Denn mittlerweile sind sogar die Gleise zwischen den Orten demontiert. Die Firma, die mit dem Rückbau beauftragt wurde, habe sich zudem schon zu einer Schüttung für den Damm angeboten. Die Stadt könnte sich nach dem Kauf der kompletten Fläche zu einem erschwinglichen Preis perspektivisch sogar einen Radweg zwischen Hohen- erxleben und Rathmannsdorf vorstellen, so Kaufmann.

Ursula Pennigsdorf ist entzückt. Zumal sie und andere engagierte Hohnerxleber schon Pläne für eine Draisinen-Linie auf den Gleisen der ehemaligen "Kanonenbahn" abhaken mussten. "Es wäre schön, wenn wir nun wenigstens den Damm noch erleben könnten", meint die 73-Jährige.

Auch die Volksstimme bleibt weiter am Ball.

 

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