Staßfurt l Sie sind so niedlich, die drei Tage alten Zwergziegen im Tiergarten. Und auch die frisch geschlüpften Straußenwachtel-Küken verkünden den nahenden Frühling. Die Lebenshilfe-Einrichtung ist insgesamt ein Kleinod, auf das die Staßfurter und ihre Gäste nur ungern verzichten würden.

Derweil wird es immer schwieriger, die Attraktivität des Tiergartens auf dem vielgelobten Niveau zu erhalten. "Unseren langjährigen Besuchern wird sicher nicht verborgen geblieben sein, dass der Tierbestand schrumpft", bedauert Bianka Ziem, Leiterin der Erholungsstätte.

"Momentan können wir auf 75 Patenschaftsverträge bauen"

Einer der größten Verluste war zuletzt der Leopard, von dem man sich verabschieden musste, unter anderem auch, weil ein großes Unternehmen in Staßfurt sein Sponsoring beendete.

Bianka Ziem nennt weitere nachvollziehbare Gründe: steigende Energie- und Futtermittelkosten bei stagnierenden Zuschüssen, immer höhere Anforderungen an die artgerechte Tierhaltung. Letzteres könne man ja als Vorteil für beide Seiten verstehen. Sowohl die Lebensräume als auch die Betrachter der Tiere gewinnen, wenn Gehege großzügiger gestaltet sind. Sie sei diesbezüglich auch dafür, lieber ein Tier weniger zu haben, so Ziem.

Die finanzielle Situation wird dadurch aber nicht besser. Hinzu kommt, dass das zurückliegende Jahr in puncto Besucherzahlen ein schlechtes war. Durch das "schrecklich lange Frühjahr und den auch nicht gerade so schönen Sommer" habe man nur 50 000 Besucher gezählt. Zum Vergleich: 2011 waren es 67 000.

Eine Möglichkeit, den täglichen Spagat, den das Lebenshilfe-Team im Bemühen um die Attraktivität des Tiergartens unternimmt, zu unterstützen, sind Tierpatenschaften. "Wir haben viele treue Tierfreunde, die Patenschaften pflegen, manche über zehn Jahre wie beispielsweise bei den Fasanen, bei den Schneeeulen und den Lisztäffchen. Momentan können wir auf 75 Patenschaftsverträge bauen", erklärt die Tiergartenchefin. Das heißt, bei einem Tierbestand von 320 Tieren wären theoretisch 245 Patenschaften noch möglich.

Interessierte Tierfreunde haben dabei eine große Auswahl, sowohl was die Tierart betrifft als auch die Spendenhöhe. Das geht bei zehn Euro pro Jahr los zum Beispiel für eine Straußenwachtel und reicht bis zu 800 Euro für ein Kamel. Die Haltung der beliebten Erdmännchen könnte man mit 100 Euro unterstützen, die Kattas mit 350. Den Zeitraum kann der Pate natürlich selbst bestimmen.

"Patenschaft heißt übrigens auch, ,seinem Tier` näher kommen zu können"

"Patenschaft heißt übrigens auch, ,seinem Tier` näher kommen zu können, es intensiver kennenzulernen, als der ,normale Besucher`", erklärt Bianka Ziem noch, "Schneeeulen und andere Vögel sind nicht so zugänglich. Mit dem Stachelschwein zu kuscheln, wäre auch eher nicht möglich, aber bei vielen anderen Säugetieren schon."

Kontakt und Informationen über das Tiergarten-Telefon (03925)32 30 63 oder www.lebenshilfe-boerdeland.de

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