Mit seinen Büchern hat der Egelner Autor Walter Dach den Lesern die Arbeit der Bergleute näher gebracht. Fast 60 Jahre nach seinem Tod sollen diese Geschichten zu einem Teil der "Salzigen Tour" werden, die der Tourismusverband auf die Beine stellt.

Egeln l Der Schriftsteller Walter Dach wurde am 27. September 1900 in Egeln geboren. Seine Familie wohnte in der Worthstraße, wo Walter auch seine Kindheit verlebte und die katholische Schule besuchte. Sein Vater war Bergmann und konnte seine Familie leidlich ernähren, bis er bei einem Grubenunglück ums Leben kam. Für Walter und seine Mutter brachen nun schwierige Zeiten an. Gegen den Rat seiner Mutter begann dann auch Walter eine Lehre als Bergmann. Zu Beginn seiner Lehre arbeitete er im Salzbergwerk Westeregeln als Pferdejunge und musste mit einem Pony die Hunte (Bergwerksloren) aus dem Schacht ziehen. Später machte er dann seine Erfahrungen in fast allen Salz- und Kohlebergwerken der Egelner Mulde, um dann seine Lehre im Mansfeldischen Kupferschieferbergbau abzuschließen.

Mehrere Bücher stammen aus der Feder von Walter Dach

Bereits im Laufe seiner Lehrzeit lernte er nicht nur die schwere Arbeit im Bergwerk, sondern auch die Sorgen der Bergarbeiterfamilien kennen. Unfälle mit Todesfällen waren keine Seltenheit und wenn der Ernährer im Berg blieb, bedeutete das für die Familie oft bittere Armut. Deshalb schloss sich Walter Dach bald der Gewerkschaft an und wirkte als Gewerkschaftsfunktionär in Halle, Duisburg und Berlin.

Als die Nationalsozialisten ihm nach 1933 Arbeitsverbot erteilten, begann Dach mit seiner schriftstellerischen Arbeit. Sein erstes Buch "Wenzel Abendroth und seine Kinder"- Geschichten aus der Vorstadt enthält zum Beispiel solche Geschichten wie "August Tiedmaker" über den Uhrmacher Grube in Egeln und andere Anekdoten aus seiner Kinderzeit in Egeln. Danach erschien "Der Pferdejunge von Sohle 3", das ihn auch im Ausland bekannt machte.

Zwischenzeitlich schrieb er auch andere Bücher und Gedichtsbände über sein Leben in ganz Deutschland. Mit seinem letzten Buch "Roman einer Jugend" kehrt er jedoch noch einmal erzählerisch in seine alte Heimat zurück. Geschichten wie "Wiedersehen mit Luise" (Grube Luise bei Westeregeln) oder "Mein alter Hauer geht in Ruhe" erzählen vom Bergwerksleben in der Egelner Mulde. Nach dem Krieg zog es ihn in das Weserbergland, wo er als CDU-Vorsitzender und stellvertretener Bürgermeister in Hessisch-Oldendorf wieder politisch tätig wurde und dort 1956 verstarb.

Auch Egeln soll bei neuer Tour beteiligt werden

Seine Geschichten könnten bald wieder bekannter werden. Denn der Tourismusverband Elbe-Börde-Heide ist dabei eine "Salzige Tour" in unserer Region aufzubauen und lud unlängst zu einem Workshop in die Salzstadt Staßfurt ein. "Die Idee hat bereits viele Anhänger gefunden und auch in der Egelner Mulde gibt es schon konkrete Pläne sich an der `Salzigen Tour` zu beteiligen. Insbesondere Westeregeln mit dem ältesten privat abgeteuften Salzschacht Deutschlands `Douglashall` bis hin zu den Solvaywerken Westeregeln sowie Tarthun mit dem ehemals modernsten Salzbergwerk Deutschlands Schacht IV und dem Schacht Brefeld, wo man bereits kurz nach der Wende den Gedanken hegte, ihn wieder begehbar zu machen, sollen einbezogen werden", erklärt Uwe Lachmuth, Museumsleiter in Egeln. Im Egelner Museum könnte man die Geschichte des Salzabbaus in der Frühzeit beleuchten und am Tag der "Salzigen Tour" auch wieder einmal aus den Werken von Walter Dach vorlesen, kündigt der Museumsleiter auch die Beteiligung aus Egeln an. Seine Geschichten seien dazu geradezu geschaffen.