Die Stadt Staßfurt muss sich auch weiterhin auf einen rasanten Einwohnerschwund einstellen. Diese Hiobsbotschaft verkündete der Präsident des Landesamtes für Statistik, Manfred Scherschinski, Donnerstagabend beim Neujahrsempfang im Salzlandtheater.

Von René Kiel

Staßfurt l Den Vorausberechnungen zufolge wird die Kommune im Jahr 2025 nur noch 22808 Einwohner haben. Am 31. Dezember 2012 waren es noch 27358. 1990 dagegen verzeichnete die Stadt einschließlich der heutigen Ortsteile 39858 Bewohner.

Das führte Scherschinski auf das seit 1991 im ganzen Land zu beobachtende Geburtendefizit sowie auf den Wanderungssaldo zurück. "Das schadet nicht, wenn die Bevölkerung abnimmt, wenn man sich darauf einstellt", lautete die Botschaft des Herrn der Zahlen, der seinen Vortrag zur Freude des Publikums nicht bierernst gestaltet, sondern mit viel Humor gewürzt hatte.

Die Tatsache, dass fast doppelt so viele Frauen wie Männer Sachsen-Anhalt verlassen hätten, "und sich jetzt bei den Wessis vermehren", werde hier noch sehr lange nachwirken. Denn dabei handele es sich um Frauen im gebärfähigen Alter, sagte Scherschinski.

Auch Oberbürgermeister René Zok, der unter anderem die Landtagsabgeordneten Sabine Dirlich (Linke) und Peter Rotter (CDU) sowie Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk (SPD) begrüßen konnte, wagte einen Blick in die Zukunft. "Wir rechnen im Mai/ Juni 2014 mit einer Genehmigung der Biomethangasanlage. Zeitnah soll dann auch die Investition erfolgen", kündigte das Stadtoberhaupt an. Für den Sommer hofft Zok auf den Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes für den neuen Autohof bei Brumby. Dann kann die bauliche Umsetzung erfolgen. Wesentliche Impulse für die Stadt erwartet er auch vom Umzug der Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) Mitte August von Schönebeck in die im Bau befindliche neue Betriebsstätte in Brumby.

Zudem will Staßfurt in diesem Jahr gemeinsam mit Lehrte in Niedersachsen auf 25 Jahre Städtepartnerschaft zurückblicken. "Ein gemeinsames Treffen ist am 28. September im Rahmen des Tages der Regionen auf dem Benneck`schen Hof in Staßfurt geplant. Geplant ist auch, dass ein historischer Zug mit einer Dampflok die Gäste aus Lehrte abholt. An verschiedenen Orten werden sich dann die Staßfurter präsentieren und für ihre Stadt werben. Am selben Tag werden wir auch die neue Salzfee krönen, denn die Amtszeit von Stephanie Otto läuft in diesem Jahr aus", sagte der Oberbürgermeister.

Seinen Worten zufolge sollen in diesem Jahr weitere Grundlagen zum Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Üllnitz gelegt werden. "Die drei Wehren aus Förderstedt, Glöthe und Üllnitz haben sich für eine Fusion entschieden und arbeiten in dieser Richtung schon zusammen", sagte Zok. Er hofft, dass die Hecklinger die Probleme mit der Flutbrücke auf dem Europaradweg R1 lösen, damit die neue Bodebrücke zwischen Gänsefurth und Staßfurt-Nord in Betrieb genommen werden kann. Zok ist zuversichtlich, dass die Bodequerung im Stadtgebiet ab September wieder möglich wird.

In seinem Rückblick verwies er auf die für 2013 geplanten Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 7,8 Millionen Euro.

Allerdings habe der Haushaltsplan ein negatives Jahresergebnis in Höhe von 920400 Euro ausgewiesen. Zok: "Im Ergebnis der inzwischen durchgeführten Arbeiten zum Jahresabschluss 2013 deutet sich an, dass dieser günstiger ausfallen wird."

In diesem Jahr hatte sich Zok entschlossen, besondere Gäste einzuladen, um den Kameraden der Bundeswehr, Oberfeldwebel Steffen Burchardt und Stabsfeldwebel Steffen Wenig, dem Oberstabsgefreiten Michel Busch und Stabsunteroffizier Andre Grüneberg sowie deren Angehörigen für ihren Auslandseinsatz einmal öffentlich Dank sagen zu können.

Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten Sabine und Ingo Neubert, Mike Demaré, Frank-Michael Kage und Andreas Wiegand von der Trommlergruppe der Lebenshilfe "Bördeland" in Hecklingen sowie Antje Reich und Christopher Konrad von der Staßfurter Band "Noch ist Zeit."

 

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