Was kann man bei einem Glaubenkurs, wie er derzeit mit Pfarrer Gottfried Eggebrecht und rund einem Dutzend Teilnehmer in Brumby stattfindet, lernen? Diese Frage stellte sich die Volksstimme und gesellte sich zu der gemütlichen Runde.

Brumby l "Ich bin weder getauft und eigentlich immer nur zu Weihnachten in die Kirche gegangen", ist das Wort der Volksstimme-Redakteurin gleich am Anfang bei der Vorstellungsrunde. Von den weiteren Teilnehmern kommen dennoch keine bösen Blicke, obwohl viele von ihnen getauft sind, kirchlich geheiratet haben oder bereits in der Kirchgemeinde aktiv sind. Denn auch sie haben, was den Glauben betrifft "Auffrischungsbedarf". "Ich bin zwar in der Gemeinde aktiv", sagt zum Beispiel Cornelia Rudnik, "aber ich will mich noch genauer mit den vielfältigen Themen auseinandersetzen." Es gäbe so vieles im Bereich Kirche, Glaube und Bibel, was sie noch nicht verstanden hätte, erklärt eine weitere Teilnehmerin. Die Damen - und der eine Mann neben dem Pfarrer - haben es sich im klassisch eingerichteten Zimmer des Pfarrhauses gemütlich gemacht. Nur das Gemauze der "Pfarrhauskatze" bringt vom Flur durch die Tür und bringt alle zum Schmunzeln.

Von Gottfried Eggebrecht kommt ein verständnisvolles Nicken, als die Teilnehmer über ihren Lernbedarf in Sachen Glauben sprechen. Er sagt gleich: "Ich weiß auch nicht alles, bei Detailfragen werde ich wohl auch in die Bücher gucken müssen." Das Thema des Abends ist der Glaube an Gott. Letzteren könne man als Mensch sowieso nie ganz erfassen. Im Glaubenskurs sollen auch die Zweifel an Gott, die Verwirrungen im Glauben besprochen werden. Zweifel sind erlaubt. "Ich selbst habe, bei gewissen Dingen, die geschehen, manchmal Zweifel", sagt Eggebrecht. Nie könne jemand ein perfekter, 100-prozentiger Christ sein, "man ist das ganze Leben lang auf der Suche. Ich selbst bin auch nur auf dem Weg", erklärt er mit ruhiger Stimme und dem manchmal schüchternen Blick.

Ein lustiges Arbeitsblatt geht herum: Neun Karikaturen, wie man sich den Herren vorstellen könnte. Unter anderem ein Männchen, das im Weltraum sitzt - wieder etwas zum Schmunzeln. Aber Spaß beiseite: Genauso wie Gott kaum zu erfassen sei, argumentiert der Pfarrer, sei es auch schwer verständlich, warum etwa eine Flut Menschen in große Not bringe. "Kennen Sie den Film `Bruche Allmächtig`?", fragt Eggebrecht. So verkehrt sei der Film gar nicht: Bruce kann nicht alle Menschen glücklich machen, das endet im Chaos. Er selbst versuche, in jedem Schicksalsschlag etwas Gutes zu erkennen, verrät er. Das ermuntert nun einen Teilnehmer von einem ganz privaten Erlebnis zu sprechen.

Letztendlich zähle das Vertrauen in die Allmacht Gottes, und mit diesem könne auch der seltsame Beginn der Bibel erklärt werden: "Hier finden sich zwei sich völlig widersprechende Geschichten von der Schöpfung": Erst sei die Erde entstanden. Und dann: Erst sei der Mensch aus Lehm geschaffen worden. "Es gibt also keine genaue Aussage über die Schöpfung, diese Geschichten sind allein ein Lob auf die Allmacht Gottes", so Eggebrecht.

Wie es weitergeht erfahren Sie in der Volksstimme oder vor Ort: Am Donnerstag, 27. März, ab 19.30 Uhr im Pfarrhaus.