Im Vergleich zu dem Cabrio aus der vergangenen Session ist das neue Gefährt des Staßfurter Karnevals ein ganz schöner Sprung. Außerdem: Nach der Karnevalszeit kann jeder den Wagen für weitere Feste und Feiern nutzen.

Staßfurt/Atzendorf l Mehrere Dutzend Menschen werden auf dem neuen Karnevalswagen von Staßfurt Platz haben. Schön lang und geräumig ist das Gefährt, viel Beinfreiheit für alle feiernden Gesellschaften und ein wunderschöner Ausblick nach allen Seiten auf die Landschaft.

Voll beladen mit Narren und Karnevalsfans soll der Wagen an diesem Sonntag, 2. März, zum ersten Mal auf Tour gehen: Die Herrschaften fahren, im Kostüm und mit allerlei Leckereien bewaffnet, zum großen Festumzug des Ascherslebener Karnevals. "Eigentlich war nur das Gerüst des Wagens übrig", sagt Dirk Kost als Ober-Narr und Vorsitzender des Staßfurter Männerchors. Anstatt eines kleinen Gefährts sollten die Jecken jetzt endlich mal ein richtig großes, repräsentatives Fahrzeug haben.

"Wir wollten eine schöne, gelbe Straßenbahn wie damals."

"In Staßfurt gab es ja mal eine Straßenbahn", erklärt Dirk Kost seine Idee. "Ich dachte mir, so eine schöne, gelbe Straßenbahn wie damals wollen wir auch haben." Derzeit steht zwar eine historische Straßenbahn bei den Stadtwerken Staßfurt, doch die ist nicht fahrbereit. "Wir haben jetzt sozusagen die erste fahrende Straßenbahn von Staßfurt", freut sich Dirk Kost.

Nachdem die Narren das seit zwei Jahren unbenutzte, rostende Gerüst hervorgeholt hatten, wurde es im Staßfurter Kreativzentrum im Moore von Kräften des Jobcenters und Mitgliedern des Männerchors hergerichtet.

Der Wagen kam schließlich zur "Endfertigung" nach Atzendorf. Die Karnevalsprinzessin Dijana I. sponserte als Geschäftsführerin eines Atzendorfer Malerbetriebs die gesamte gelbe Farbe. Ergeben und treu - wie ihr Prinz ihr auch beim Karneval ist - malte Mathias I., sonst Bauleiter der Firma, das ganze Gefährt im wunderschönen Knallgelb an.

An den Seiten werden die Karnevalisten noch Blumenkästen anbringen, "für das Wurfmaterial", wie Dirk Kost sagt. Denn bei einem Umzug müssen die Narren selbstverständlich Bonbons und Puffmais in die jubelnde Menge werfen. Die Staßfurter Stadtverwaltung sponsert die Aufschrift "Staßfurter Straßenbahn" und das Abbild des Staßfurter Wappens auf den Wagenseiten. Das Fahrzeug bekommt das Kennzeichen "SFT-MCS 1", natürlich ist hier der Männerchor Staßfurt gemeint. Es muss sogar zur technischen Abnahme.

Mit Notstromaggregat und Heizung kann der Wagen dann mit sechs Kilometern pro Stunde über die Straßen rollen, gezogen von einem kleinen Auto.

Nach dem Karnevalsumzug wird "die erste fahrende Straßenbahn" aber nicht in der Garage bleiben. "Wir wollen es allen Vereinen und Veranstaltern von Festen zur Verfügung stellen. Es kann zum Tag der Regionen, beim Männertag, auf Betriebsfahrten, beim Salzlandfest oder den Heimatfesten der Ortsteile zur Verfügung stehen", erklärt Dirk Kost. Wer den Wagen nutzen möchte, darf ruhig danach fragen.