Förderstedt l In der Gaststätte "Zur Eisenbahn" sind alle per Du, wenn die Band "Beatclub" aus Leipzig zu Gast ist. Nicht nur Gastwirt Michael Mosler kennt die Musiker schon seit Jahren, auch Gäste und Band begrüßen sich wie enge Bekannte. "Hey Frank", ruft Michael Hoppe dem Gitarristen Frank Zoller zu, als der auf dem Weg zur Bühne ist. Michael Hoppe kommt aus Förderstedt und hat es sich mit seinem Bierchen und seinem Freund Frank Schneider am Tisch in der ersten Reihe gemütlich gemacht. Frank, den Gitarristen, umarmt er herzlich bei dem Wiedersehen.

"Ich bin ein absoluter Fan dieser Musik aus den 70er und 80er Jahren, die ist verdammt gut", sagt Michael Hoppe. Schon etliche Male habe er die Band Beatclub hier in Förderstedt gesehen. Er kann gar nicht mehr zählen, wie oft schon. So gut wie sich Gäste und Band hier kennen, so gut können die Leipziger auch mit dem Wirt Michael Mosler. Günter Palm, der in der Band Bassgitarre spielt und singt, winkt erst einmal ab, als er gefragt wird, seit wann die Band hier auftritt. "Ach, wir spielen hier schon seit DDR-Zeiten. Micha, schau mal in deine Bücher", ruft er dem Gastwirt zu.

Der holt die historischen Rechnungsbücher hervor, muss selbst erst überlegten. Er hat die Gastwirtschaft nämlich erst 2000 übernommen. Als sein Vater Rudolf die Gaststätte noch betrieb, gingen die rockenden Herren aus Leipzig hier schon ein und aus. Schließlich einigt man sich auf das Jahr 1986: "Ja, das muss das Jahr gewesen sein, in dem ihr das erste Mal hier wart", nickt Michael Mosler.

"Damals, im Kreiskulturhaus, konnten wir uns bei einer Großveranstaltung Bands aussuchen."

Wie die Leipziger auf Förderstedt gekommen sind? "Wir haben zu DDR-Zeiten jedes Wochenende woanders gespielt", erklärt Günter Palm. "Damals im Kreiskulturhaus, was heute das Salzlandcenter ist", setzt Michael Mosler fort, "gab es eine Großveranstaltung, wo sich die Veranstalter Bands für Auftritte aussuchen konnten. Da haben wir, als wir damals noch ein Jugendclub waren, Beatclub ausgewählt."

Seitdem ist die Band der englischen Rockmusik der 70er Jahre, der Rocker-Kutte und Förderstedt treu geblieben. Was gefällt den Musikern denn so gut an dem Bördedorf? "Das Publikum ist toll in Förderstedt", sagt Günter Palm. "Die sind aufgeschlossen, gehen mit und die Stimmung ist gut." Tatsächlich ist das keine Übertreibung: Sobald die Band, nach einem "Hallo" hier und da in den Zuschauerreihen, die Bühne betritt, laufen die ersten Damen schon auf das Parkett. Die Tanzfläche ist nach dem ersten Hit voll. Auch das Publikum ist dem Tanzstil und der Musik von damals treu gebleiben.

Die Herren von "Beatclub" kommen normalerweise im Frühjahr und im Herbst nach Förderstedt. Deshalb muss die Fangemeinde nicht mehr lange warten bis zum nächsten Auftritt.