Staßfurt l Er knipste nach einer Veranstaltung das Licht aus, stand am nächsten Tag aber auch als Erster wieder auf dem Festplatz. Wenn der gelernte Heizungsinstallateur Klaus-Dieter Pusch etwas anpackte, dann mit einzigartigem Elan. Ob Salzlandfest oder Weihnachtsmarkt, ob Freizeitmesse oder Kneipennacht. Vier Stunden Schlaf, kaum mehr als ein verlängertes Wochenende Urlaub im Jahr - er ordnete vieles im Leben seinem Drang unter, etwas zu organisieren.

Es gab immer was zu organisieren.

"Er brauchte das. Er hat das aber auch gern und mit Leidenschaft gemacht"

"Er brauchte das. Er hat das aber auch gern und mit Leidenschaft gemacht", weiß Bärbel Pusch. Sie ist sich bewusst, dass ihr Mann damit tausenden Menschen frohe Stunden bereitete und bereitet. Denn - auch wenn "Puschi", wie ihn seine Freunde nannten - am 7. Februar mit nur 59 Jahren von uns ging: Es gibt mindestens ein großartiges Fest, das seine Handschrift trägt und immer an ihn erinnern wird.

"Als wir ,Staßfurt in Flammen` aus der Taufe hoben, hätte nie jemand damit gerechnet, dass es sich einmal so entwickeln wird - nämlich zum größten Fest in der Bodestadt", erinnert Ronald Teßmer, ein enger Freund und Mitstreiter von Klaus-Dieter Pusch.

Die 9. Auflage hatte der unvergessene "Macher" noch aktiv mit vorbereitet. Für die Jubiläumsveranstaltung am ersten November-Freitag in diesem Jahr konnte "Puschi" leider nur noch ein paar Gedanken einbringen.

Seine Ideen, die mit Freunden bei viel Kaffee und auch nicht wenigen Zigaretten geboren wurden, werden über das Flammenfest hinaus leben.

Da wäre der feurige Salzland-Griller zu nennen, der auch auf "seinem Mist gewachsen" ist und zusammen mit Rügenwalder Staßfurt umgesetzt wurde. "Das war so eine typische Idee, die uns einfiel bei der Überlegung, mit dem Flammenfest noch irgendein Produkt in Verbindung bringen zu müssen", so Ronald Teßmer, der Klaus-Dieter Pusch auch als eines der aktivsten Mitglieder im Gewerbeverein Staßfurt vermissen wird, das konsequent seine Meinung vertrat, auch wenn es mal schwierig wurde.

Es war nicht immer leicht für den "Unruhe-Geist". Eine der größten Enttäuschungen erlebte er in den letzten Jahren als Geschäftsführer des Salzlandcenters. Nämlich als damals die nötige Unterstützung durch die Stadt ausblieb, was 2006 auch zur Insolvenz des Staßfurter Unternehmens führte. Mittlerweile hat die Kommune daraus gelernt, dass so eine Freizeiteinrichtung ohne Zuschüsse nicht funktionieren kann.

Klaus-Dieter Pusch musste sein damals geliebtes Salzlandcenter verlassen, gab sich aber nicht auf. Er übernahm das Theatercafé, gründete die (Veranstaltungs-)Agentur P.

Und wenn am 1. Mai dieses Jahres das 1. Kirschblütenfest am Staßfurter Stadtsee gefeiert wird, können die Besucher gewiss sein: Auch diese Idee geisterte schon einige Jahre im Kopf von Klaus-Dieter Pusch herum.