Nach einem zurückliegenden bereits aufgelösten Heimaträtsel zur Gänsefurther Einkehr im Busch-Wäldchen sind der Redaktion weitere Zuschriften zugeflattert. Viele Leser denken gern zurück. Die Volksstimme trägt die schönsten Erinnerungen in loser Folge zusammen. Heute geht es um eine Bootsverbindung.

Gänsefurth l Einst fuhr ein Dampfer nach Gänsefurth. Das kann Ursel Neugebauer aus Staßfurt bestätigen. An der Bode, gegenüber dem Pfarrhaus, schreibt sie, gab es ein kleines Fischgeschäft "Lindenberg". Angeblich sei Herr Lindenberg ein alter Seemann gewesen. "Ein großer stämmiger Mann, der auf dem Mühlgraben beziehungsweise der Bode einen schmucken kleinen Dampfer als Kapitän mit seiner schmucken weißen Mütze fuhr. Sonn- und feiertags ging es zur Freude vieler Staßfurter nach Gänsefurth." Ursel Neugebauer notiert zudem, dass die Fähre an der schwarzen Brücke abfuhr.

"(Der Kapitän war) ein großer stämmiger Mann, der auf dem Mühlgraben beziehungsweise der Bode einen schmucken kleinen Dampfer fuhr."

Die Staßfurterin merkt weiter an: "Durch den Mühlgraben ging es dann bis zum Bodewehr am Schütz vorbei in die Bode bis nach Gänsefurth. Mehrere Brücken mussten passiert werden.

"Sonn- und feiertags ging es zur Freude vieler Staßfurter nach Gänsefurth."

Eine der Brücken soll dem Kapitän aber schließlich zum Verhängnis geworden sein. Das schrei- ben mehrere Leser. Ursel Neugebauer mutmaßt: "Der Kapitän muss mit dem Kopf gegen die Brücke gestoßen sein und ist dann sicher bewusstlos ins Wasser gefallen. ... Danach gab es leider keine Dampferfahrten mehr."

Aber bekannt ist der Leserin weiter, dass der Sohn des Kapitäns noch lange Zeit danach an der Wasserstraße ein schönes Fischgeschäft betrieb. "Was uns alten Staßfurtern noch in guter Erinnerung geblieben ist", schreibt sie. Und noch eine Sache hat die Leserin nicht vergessen.

Sie berichtet von Obstplantagen am "Gänsefurther Busch" in Richtung Hecklingen, Gänsefurth.

Diese seien immer im Frühjahr verpachtet worden. Und da der Vater von Ursel Neugebauer ein Obst- und Gemüsegeschäft besaß, fuhr auch er oft zur Versteigerung der Plantagen. "Und ich durfte als Kind mit", denkt die Staßfurterin gern daran zurück.

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