Der FDP-Fraktionschef des Stadtrates, Johann Hauser, macht sich Sorgen wegen der Vernässung in den Ortsteilen Üllnitz und Glöthe und fordert die Verantwortlichen auf, aktiv zu werden.

Glöthe l "Wir können die Bürger in Üllnitz und Glöthe nicht absaufen lassen und untätig zusehen", appellierte Hauser in der jüngsten Stadtratssitzung an die Verantwortlichen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde des ehemaligen Landkreises Schönebeck aus dem Jahr 2003 für das von der damaligen Gemeinde Glöthe betriebene Pumpwerk im Rusche-Schacht. Sie erlaubt es der Kommune, den Wasserstand im Rusche-Schacht durch eine Entnahme von Oberflächenwasser abzusenken und letzteres in den Marbegraben einzuleiten. Dadurch sollten die angrenzenden Grundstücke von schädigenden Einflüssen durch hohe Grundwasserstände freigehalten werden.

Wie Hauser sagte, wird diese Erlaubnis allerdings ungültig, wenn die zur Wasserentnahme verwendete Tauchpumpe UPL 250 wegen des Verschleißes ersetzt werden muss.

Seinen Informationen zufolge wird dort seit 2010 aufgrund eines vermeintlichen technischen Defektes an der Pumpe kein Wasser mehr abgepumpt. Angeblich soll der Eigentümer des Rusche-Schachtes das Betreten des Objektes wegen persönlicher Befindlichkeiten nicht zulassen. Das bezeichnete der FDP-Politiker als "unerträglich".

Das sei im eigenen Interesse des Eigentümers und aller vom hohen Grundwasserspiegel Betroffenen nicht zu rechtfertigen. "Dadurch entstehen hier unverantwortbare Schäden an Gebäuden und an der landwirtschaftlichen Nutzfläche", sagte Hauser.

Er nutzte die Ratssitzung, um sich beim Fachbereichsleiter der Stadt Staßfurt, Wolfgang Kaufmann, für sein Engagement und sein Gespräch mit der Agrargenossenschaft Calbe zu bedanken. Letztere habe sich daraufhin bereit erklärt, der Stadt Staßfurt eine Pumpe in Form einer zweckgebundenen Spende für die Absenkung des Wassers am Rusche-Schacht zur Verfügung zu stellen und auch die Kosten für die Installation zu übernehmen.

"Völlig unerklärlich ist, dass bis zum heutigen Zeitpunkt die wahren Ursachen des Pumpendefektes nicht geklärt sind."

Darüber hinaus sicherte der Vorsitzende Hans-Joachim Gerber in seinem Brief an Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) zu, für den Zeitraum von zwölf Monaten die Stromkosten zu tragen. Im Gegenzug soll die Stadt die wasserrechtlichen Genehmigungen herbeiführen und mit dem Besitzer des Schachtes eine Vereinbarung zum Betreiben der Anlage abschließen.

Hauser: "Völlig unerklärlich ist, dass bis zum heutigen Zeitpunkt die wahren Ursachen des Pumpendefektes nicht geklärt sind."

Ein Pumpenregime am Rusche-Schacht wurde in erster Linie deshalb nicht wieder aufgenommen, weil das bis dahin vorhandene Wasserrecht erloschen ist und vor allem weil der Marbegraben hinsichtlich seiner hydraulischen Leistungsfähigkeit nicht in der Lage ist, das Wasser fortzuleiten. Dies bedeutet, dass ein Pumpbetrieb am Rusche-Schacht nicht zu einer Verschärfung der Vernässungssituation an anderer Stelle führen darf", teilte Kaufmann der Agrargenossenschaft Calbe in einem Schreiben mit.

Hauser bat alle Verantwortliche darum, alle Möglichkeiten zur Absenkung des Wasserspiegels auszuloten, damit der unzumutbare Zustand der Hausbesitzer, die mit Grundwasser im Keller zu kämpfen haben, bald beendet ist.

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