Was wäre der Karneval ohne die Weiberfastnacht. In Groß Börnecke haben Damen vom Elferrat gestern ordentlich für Stimmung auf der Straße gesorgt. Keiner war vor dem Jubeltross sicher. Und siehe da: Niemand, der dem fröhlichen Gespann über den Weg lief, war ein Faschingsmuffel.

Groß Börnecke l Eigentlich wollte Ingeborg Rossa gestern im Textilgeschäft in der Mittelstraße nur schnell noch das fehlende Nähzeug besorgen, damit sie sich schnell daheim wieder ans Handwerk setzen kann. Doch die Groß Börneckerin wurde überrascht. "Ne, das ist mir noch nie passiert", sagte sie darauf angesprochen, ob sie schon einmal von einem Elferratsmitglied in voller Montur bedient wurde. Hinter dem Ladentisch verkaufte Yvonne Kramer-Herbst mit bunter Weste, Narrenkappe und roter Fliege. Sehr zur Freude von Ingeborg Rossa. Darauf angesprochen ob sie Karnevalsfreund oder Faschingsmuffel ist, konnte die Groß Börneckerin klar sagen, dass sie die fünfte Jahreszeit mag, auch wenn sie in den letzten Jahren keine Veranstaltung besucht hat. "Mein Mann tanzt nicht gern", verzieh sie ihm das aber mit einem Lächeln, und außerdem sei sie im Moment so sehr aufs Nähen konzentriert, da habe sie nicht einmal im Radio gehört, dass Weiberfastnacht ist.

Genau um die ging es gestern. Daher auch die Kostümierung der Verkäuferin. Zusammen mit den Frauen des Elferrates zog Yvonne Kramer-Herbst danach rüber zur Geschäftsstelle der Sparkasse. Auf der Straße begegneten sie Paul Schwarz, der gerade sein Mofa parkte und nichts schlimmes ahnend vom Zweirad stieg als ihm Konfetti entgegen wirbelte. Der ältere Herr konnte darüber sehr lachen und freute sich über die nicht alltägliche Begrüßung der bunten Art. 26 Jahre hat er selbst beim Karneval in Groß Börnecke mitgemacht, erzählt er und außerdem singt Herr Schwarz im Männerchor. Mit einem Schmunzeln im Gesicht lässt er sich zu einem Foto überreden. Dabei hatte er Glück, keine Krawatte zu tragen.

Die wäre sonst gestern abgekommen. Die Frauen hatten nämlich jede eine Schere dabei. In der Sparkasse gegenüber kamen die Geräte zum Einsatz. Der Binder von Geschäftsstellenleiter Stefan Heil fiel schließlich den scharfen Klingen der Närrinnen zum Opfer. Sehr zur Freude der Kollegen, die einen Konfettiregen vorm Schalter miterlebten.

Wieder auf der Straße angekommen wurde die nächste Passantin fröhlich angesprochen. Marianne Hartmann ließ sich ebenfalls überreden, zusammen mit den weiblichen Jecken zu Jubeln. Warum? Weil sie auch kein Karnevalsmuffel ist. Früher sei sie regelmäßig zu Veranstaltungen gegangen, berichtet sie, wie viel Spaß das gemacht hat.

Und auch heute noch steht der Kinderkarneval, zu dem der Verein in Groß Börnecke in diesem Jahr schon eingeladen hat, hoch im Kurs. Dorthin geht Frau Hartmann dann gemeinsam mit der ganzen Familie, und ein Altweiberfasching vor vielen Jahren ist ihr auch noch in sehr guter Erinnerungen geblieben.

   

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