Getrennt vom eigentlichen Tierbestand, existiert im Tiergarten Staßfurt eine Auffangstation für Wildtiere in Not. Momentan ist sie nicht besetzt. Aber die Leiterin der Lebenshilfe-Einrichtung Bianka Ziem kennt auch andere Zeiten. Da konnte keine Kreatur mehr aufgenommen werden, weil die Kapazität nicht reichte.

Staßfurt l Diverse Eulen, Schwäne, eine Möwe, Grünspechte. Greifvögel, selbst Wasserschildkröten und Ringelnattern. Der Tiergarten hat schon einigen Wildtieren in Not Obdach gegeben, die verletzt oder geschwächt hier "strandeten". Für die Besucher allerdings wird das im Verborgenen betrieben. Das spektakulärste Tier war mal eine gefundene Großtrappe, die im Tiergarten Staßfurt Unterkunft fand (Volksstimme berichtete damals).

"Es gab aber auch schon Zeiten, wo wir Tiere nicht aufnehmen konnten, weil einfach die Kapazität erschöpft war. Zum Beispiel, wenn es eine ,Igel-Schwemme` gegeben hat."

Es geht um die offizielle Auffangstation für Wildtiere in Not, die von der Lebenshilfe-Einrichtung vorgehalten wird. Abseits des öffentlichen Terrains, im Bereich der ehemaligen Polizeihundezwingers, sind es Gehege und Volieren, die Fundtieren zur Verfügung stehen. Auch wenn das hinter den Kulissen passiert - unter anderem aus Quarantänegründen - müssen diese Domizile artgerecht ausgestattet sein, erklärt Tiergartenleiterin Bianka Ziem. Da gebe es besondere Auflagen. Das fängt beim Platz an, wenn ein verletzter oder erschöpfter Vogel beispielsweise wieder fliegen lernen muss.

Zurzeit sind die Gehege und Volieren nicht belegt. "Es gab aber auch schon Zeiten, wo wir Tiere nicht aufnehmen konnten, weil einfach die Kapazität erschöpft war. Zum Beispiel, wenn es eine ,Igel-Schwemme` gegeben hat", erinnert sich die Chefin der Einrichtung. Das heißt nicht, dass die Tiere sich selbst überlassen werden. Je nach Kapazität werde dann eine andere Anlaufstelle in der nahen Umgebung genannt, so Ziem.

In solchen Fällen wäre man aber schon froh, genügend Platz zur Verfügung zu haben.

Ein Mosaiksteinchen hilft dabei nun mit einer Zuwendung von amtswegen. Bianka Ziem ist sehr dankbar für 2000 Euro, die vom Salzlandkreis kamen.

Sie möchte in diesem Zusammenhang besonders Beate Bindernagel vom Fachdienst Natur und Umwelt nennen, die sich für diese Unterstützung für den Tiergarten Staßfurt eingesetzt habe.

Das Geld soll für die Gestaltung der Volieren verwendet werden.

Eine Tierauffangstation zu betreiben, das heißt nicht nur Unterbringung und Verpflegung. Das heißt auch tierärztliche Versorgung, bis die Sorgenkinder aufgepäppelt sind und dann möglichst wieder ausgewildert werden können.

Die Auffangstation für Wildtiere in Not des Tiergartens Staßfurt ist täglich, im Winter von 7 bis 16 Uhr, im Sommer von 7 bis 18 Uhr, erreichbar (Telefon 03925/32 30 63).