Damals noch aus Holz, heute aus Stein - gesucht wurde beim Rätsel "Kennen Sie Ihre Heimat" in dieser Woche die Brücke über die Mühlenbode in Egeln. Bei einigen Lesern weckten die veröffentlichten Fotos wieder viele Erinnerungen.

Egeln l Marlies Hildebrandt aus Egeln ist bekennender Fan der Volksstimme-Serie "Kennen Sie Ihre Heimat". Deshalb ist es fast selbstverständlich, dass auch sie wieder ihre Lösung, die natürlich richtig war, der Volksstimme sendete. Sie schreibt: " Auf den Fotos ist die Brücke über die Mühlenbode von der Mühlenstraße zum Damm (Amtsdamm) zu sehen. Im Hintergrund die Häuser im Unterknick. Gleich in dem Haus hinter den Bäumen, da wohnte die Hebamme Schwester Anita. Vor den Bäumen links gab es noch einen Weg entlang der Bode. Wir Kinder fanden den so schön wie im Märchen. Da konnten wir bis zur Station `Junger Naturforscher und Techniker` (heute Kinder- und Jugendfreizeittreff) gehen - vorbei an dem Wohnhaus der Gärtnerei, dessen Gelände bis auf den Damm reichte. Auf dem Damm, sicher nicht nur da, aber das hat man uns erzählt, trieb ein Mann sein Unwesen. Er kleidete sich ganz in schwarz, hatte Sprungfedern unter den Schuhen und versetzte so manchen in Angst und Schrecken. Zurück zu den beiden Fotos. Wir Kinder waren sehr oft dort an der Brücke. Dort konnten wir Abenteuer spielen. Nicht nur wegen der vielen Gänse, die dort waren. Die verloren ja auch Federn, die wir sammelten und damit bastelten. Nein, auch wegen der vielen wunderschönen Muscheln, waren wir im Sommer fast jeden Tag dort. Übrigens kann ich mich noch daran erinnern, dass das Bodebett später verlegt wurde und man eine neue Brücke setzte".

Christine Große schreibt: "Es müsste der Mühlendamm in Egeln sein, von der ehemaligen Molkerei aufgenommen, der auf dem Foto abgebildet ist. Die Brücke und auch die Bäume kenne ich zwar nicht mehr, doch die Häuser im Hintergrund gehören teilweise zum Unterknick".

Annemarie Abel aus Egeln wohnte einst an der ehemaligen Molkerei. Von dort aus konnte sie jeden Tag die Brücke sehen. Klar, dass sie die richtige Lösung kannte. "Familie Helbing hatte damals die Molkerei", erinnert sich die Egelnerin. Rechts vor der Brücke stand die "Amtskaserne", so sagte man damals zu dem Wohnhaus an der Mühlenbode. "Später hat man zu dem Wohnblock Bodeschlösschen gesagt", erinnert sich Annemarie Abel. Und das kann auch Bärbel Fümel bestätigen, die selbst von 1952 bis 1968 im "Bodeschlösschen" wohnte. "Auch unsere Gänse hielten sich den ganzen Tag an der Mühlenbode auf. Meine Mutter brachte sie morgens raus und abends standen die Gänse dann pünktlich wieder vor der Tür", erinnert sich Bärbel Fümel.

In die Kindheit versetzt, fühlte sich beim Anblick der Bilder auch Hella Darius aus Wolmirsleben. Sie schrieb daher: "Es handelt sich um die alte Bodebrücke in Egeln, die man überqueren musste, wenn man von der ehemaligen Molkerei zum Sportplatz oder zum Hunnengraben gehen wollte. Linksseitig waren die Gartenflächen der Gärtnerei Eckert und im Hintergrund sind die Häuser des Unterknick zu sehen. Damals brachten die Leute noch ihre Gänse an die Bode, damit sie ihr Futter dort suchen konnten. Wir Kinder bekamen damals Lust, die Gänse zu ärgern. Jeder fühlte sich ein wenig mutiger, doch das ging oftmals schief. So nahmen wir die Beine in die Hand und rannten um unser Leben. Denn die Gänse waren auf uns nicht gut zu sprechen. Sie kamen mit ihren langen Hälsen sofort hinterher. Für uns war es lustig. Heute ist diese Brücke natürlich ein kleines Schmuckstück, da sie gut befahrbar und begehbar ist".

Auch Hans-Herrmann Nieter aus Staßfurt kann sich gut an die Brücke erinnern. "Das war mein Schulweg über den Pappeldamm zur Stadtschule ab Ostern 1928", schrieb er der Volksstimme.

Aus allen Zusendungen zog die Glücksfee Hans-Hermann Nieter aus Staßfurt, der sich in der Volksstimme-Redaktion in der Gollnowstraße 6 in Staßfurt einen kleinen Preis abholen darf.

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