Der zehnte Jahrestag der Stadt Hecklingen wurde Donnerstagabend im Groß Börnecker Dorfgemeinschaftshaus im Rahmen einer Festveranstaltung begangen. Rund 100 geladene Gäste waren dabei.

Groß Börnecke l Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Das muss sich die Stadtverwaltung Hecklingen bei der Terminfestsetzung gedacht haben. Auf den Tag genau vor zehn Jahren wurde die neue Stadt Hecklingen am 27. Februar 2004 ins Leben gerufen. Als Einheitsgemeinde mit den vier Ortsteilen Hecklingen, Groß Börnecke, Schneidlingen und Cochstedt hat sie sich ihre Eigenständigkeit bis heute bewahrt.

Aus diesem Anlass waren geladene Vertreter des städtischen Lebens in den Saal gekommen. Ob Mitglieder von Vereinen, Stadträte, Mitarbeiter der Verwaltung, Ehrenamtliche der Feuerwehren, Unternehmer, Politiker, Pädagogen oder Vertreter sozialer Einrichtungen - sie alle erlebten ein knapp einstündiges Programm.

Vereine der Stadt machten es möglich. Der Spielmannszug der Feuerwehr Cochstedt spielte ebenso auf wie die Schalmeienkapelle der Börnecker Kameraden. Außerdem war die Jugendtanzgruppe der Cochstedter Karnevalisten zu sehen. Und der Hecklinger Frauenchor sang Lieder, unter anderem von Hildegard Knef und und Joy Fleming. Schließlich hatten die Jagdhornbläser aus Groß Börnecke ihren Auftritt. Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU) machte in seiner Ansprache deutlich, dass das Zusammenwachsen der vier Ortsteile ein Prozess ist, der bei weitem noch nicht abgeschlossen ist. Der Rathauschef blickte zuversichtlich nach vorn: "Ich möchte zum 15-jährigen Bestehen sagen können, der Weg hat sich gelohnt, und die Geschehnisse bestimmen wir selbst."

Kosche nannte zuvor Investitionen der letzten fünf Jahre, die die Stadt trotz ihrer defizitären Haushaltslage mit Hilfe von Förderungen tätigen konnte. Auf Probleme ging der Bürgermeister nicht näher ein.

In einem Grußwort von Ortsbürgermeisterin Ethel-Maria Muschalle-Höllbach (Wählergemeinschaft Hecklingen) wurde Kritik dagegen laut. Vor allem sei es wichtig, so die Stadträtin aus Groß Börnecke, das Finanzproblem der Stadt in den Griff zu bekommen. Auch das Denken der Cochstedter Bürger, die laut jüngsten Äußerungen von Ortsbürgermeister Weißbart lieber nach Aschersleben gehen würden, könne man nicht einfach ausblenden, und fröhlich Geburtstag feiern. Immerhin hänge davon die weitere Eigenständigkeit der Kommune ab, so die Stadträtin.

Kritik an dem Termin zum Jahrestag hagelte es gestern am Volksstimme-Telefon. Im Hinblick darauf, dass mehrere Vertreter der CDU zu den anwesenden Gästen zählten, beschwerte sich Stadtrat Klaus Riederer (WGH), dass es sich bei dem Termin um eine "reine Wahlveranstaltung" gehandelt habe.

   

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