Die drei Ortswehren Förderstedt, Glöthe und Üllnitz arbeiten immer enger zusammen. Am Sonnabend führten sie erstmals gemeinsam im Gerätehaus in Förderstedt eine Jahreshauptversammlung durch.

Förderstedt l Dabei stellte Förderstedts Wehrleiter Hans-Jürgen Lärz fest: "Das Jahr 2013 war ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen und besonderen Herausforderungen."

Positiv hob er hervor, dass die Förderstedter Kameraden alle Einsätze und Aufgaben, zu denen sie gerufen wurden, erfolgreich gemeistert haben. Von den insgesamt 57 Einsätzen waren 17 Brände, 28 Hilfeleistungen, zehn Mal Auslösung der Brandmeldeanlage und eine Übung.

"Zusätzlich wurden wir zu 18 Hochwassereinsätzen eingesetzt", berichtete Lärz und nannte Nienburg, Calbe, Alsleben, Groß Rosenburg, Schönebeck und Plötzkau.

Nicht unerwähnt ließ der Wehrleiter die Neuanschaffung eines Schlauchbootes samt Ausstattung für die drei Wehren. "Nun wünschen wir uns alle, dass schnellstmöglich ein neues Hilfleistungslöschfahrzeug (HLF) in den Dienst gestellt werden kann und die Fördermittel für das neue Gerätehaus in Üllnitz fließen", sagte Lärz.

Seinen Worten zufolge gab es im vergangenen Jahr zwei meldepflichtige Unfälle und auch das Tanklöschfahrzeug (TLF) fiel nach einem Motorschaden aus.

Lärz nutzte die Gelegenheit, sich bei allen für die Unterstützung zu bedanken und schloss alle aus verschiedenen Gründen ausgetretene Mitglieder im Namen der gesamten Wehrleitung ein.

Glöthes Wehrleiter Jörg Bünemann sagte, eine Jahreshauptversammlung für drei Wehren abzuhalten, das sei in der Region einmalig, aber doch auch sehr konstruktiv. Er könnte sich vorstellen, dass einmal eine solche Sitzung für alle zehn Ortswehren der Stadt durchgeführt wird.

Der Chef der kleinsten Ortswehr der Stadt hob besonders die Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft hervor. "Obwohl alle meine zehn Kameraden auch nicht mehr die Jüngsten sind, kann ich jederzeit mit ihrer vollen Einsatzbereitschaft rechnen", sagte Bünemann nicht ohne Stolz. Das zurückliegende Jahr sei mit insgesamt 18 Einsätzen nicht so ruhig verlaufen wie in den vorhergehenden Jahren. Dazu gehörten die Hochwasserbekämpfung ebenso wie sechs Brandbekämpfungen. "Der Brandeinsatz am 23. Juni wird allen beteiligten Kameraden, auch mir persönlich, noch länger in Erinnerung bleiben. Anfangs eigentlich nur als Dachstuhlbrand in einem unbewohnten Haus bezeichnet, entwickelte er sich im Verlauf zu einem kleinen ,Polizeiruf 110` mit Cannabisplantage, Festnahmen und Verfolgungsjagd. Und das alles in der Nachbarschaft des Wehrleiters", sagte Bünemann.

Positiv wertete er, dass alle Kameraden auch in den anderen Ortswehren durch die Bereitstellung von Geldern der Stadt in den letzten zwei Jahren mit der notwendigen und optimalen Schutzbekleidung ausgerüstet wurden. Auch bei der Technik habe es viele, vor allen Dingen wichtige Neuanschaffungen gegeben.

Die Ortswehr Üllnitz ist mit ihren 53 Kameraden größer als die Wehr in Förderstedt, die insgesamt 52 Mitglieder zählte.

Im vergangenen Jahr haben sie nach Einschätzung von Wehrleiter Stefan Rudat sehr viel erlebt. "Im Jahr 2013 fuhr die Feuerwehr Üllnitz zu 24 Einsätzen und einer Übung. Das ist eine Steigerung um mehr als 100 Prozent, denn im Jahr 2012 fuhren wir nur elf Einsätze", sagte der Wehrleiter. Als bedeutendsten der acht Brand-Einsätze bezeichnete er das Feuer in der illegalen Cannabis-Indoorplantage in Glöthe.

Wie Rudat mitteilte, führten alle drei Feuerwehren im vergangenen Jahr gemeinsame Dienste durch. Somit konnten sich die Kameraden von Üllnitz, Glöthe und Förderstedt kennen lernen. "Das hat bis jetzt recht gut funktioniert", so der Wehrleiter. In Anspielung auf das neue Gerätehaus wies er darauf hin, dass es nur einmal gebaut wird. Demzufolge dürfe man nicht am falschen Ende sparen. Die Verantwortlichen forderte der Wehrleiter auf, sich um die Wiederaufnahme des Pumpbetriebes am Rusche-Schacht zu bemühen, um die Vernässungsprobleme in den Griff zu bekommen.

Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann teilte nach Rücksprache mit dem Innenministerium mit, dass das HLF im November geliefert werden soll. Der Rusche-Schacht liege auf einem Privatgrundstück. Deshalb müsse man zuvor mit dem Eigentümer die Modalitäten absprechen. "Wir bleiben dran", so Kaufmann, der ein hydrologisches Gutachten ankündigte. Dann soll auch die Pumpe in Betrieb gehen.