Wie nutzen Schüler das Internet, soziale Netzwerke oder Nachrichtendienste? Welche Risiken gehen damit einher und wie kann sich jeder Einzelne sicher im Umgang mit diesen Medien bewegen? Fragen wie diese haben sich Schüler in Schneidlingen gestellt und sich dazu Experten eingeladen.

Schneidlingen l Justin ist Schüler der 7. Klasse in der Sekundarschule "Leben Lernen" in Schneidlingen. Er besitzt wie viele seiner Mitschüler auch schon ein Smartphone. Eigentlich sind diese Handys, mit denen man weitaus mehr als Telefonieren kann, im Unterricht für die Jugendlichen tabu. Verschlossen warten die kleinen Computer auf ihre Nutzer, die sie nach dem Klingeln wieder sehnsüchtig in Empfang nehmen. Softwareprogramme, die auf den Geräten installiert sind, besser bekannt als "Apps", sind für viele der Mädchen und Jungen ein Stück Freizeit. In der 7. Klasse in Schneidlingen steht dabei aber weniger das Nutzen neuer Medien im Vordergrund. "Hier an der Schule ist uns aufgefallen, dass das soziale Netzwerk Facebook nicht ganz so von Bedeutung ist", erklärt Daniel Maurer.

Projekt wird gefördert und ist interaktiv

Er studiert Medienpädagogik in Magdeburg und hat sich kürzlich mit Justin und seinen Mitschülern über das Thema Kommunikation mittels Smartphone unterhalten. Und auch wenn Justin bei Facebook angemeldet ist und sagt, dass er darüber Freunden schreibt, sind es besonders Computerspiele, die ihn reizen, mit den Tasten zu klimpern.

Dieses Nutzungsverhalten haben alle 23 Schüler der Klasse zusammen mit dem angehenden Medienpädagogen und seiner Kommilitonen Josefa Muche, die ebenfalls in Schneidlingen war, besprochen.

Die zwei Studierenden touren mit ihrem Projekt "Sicher im Netz der neuen Medien" durch Schulen im Land. Und die von der Sparkassenstiftung zunächst im Raum Aschersleben geförderte Aktion ist interaktiv. "Im zweiten Teil des Projektes sind die Jugendlichen aufgefordert, mit ihren Smartphones im Unterricht einen Film zu drehen", erklärt Daniel Maurer, was sich dahinter verbirgt. Die Handlung bestimmen die Schüler selbst.

Ideen wurden gesammelt. Szenarien besprochen: "Nils redet eindeutig zu viel über Computerspiele", sagt seine Mitschülerin, was sie an ihrem Banknachbarn nervt. Darüber beklagt sie sich bei ihren Mitschülern und die wiederum machen den Jungen im Internet schlecht. So entsteht "Cybermobbing". Dass die Jugendlichen dieses schwierige Thema in ihren Filmideen aufgreifen, kommt nicht von ungefähr. Denn auch darüber wurde zuvor mit den zwei Studenten gesprochen.

Auf die eigene Privatsphäre achten

Sie haben den Mädchen und Jungen Lösungen vorgeschlagen, wie sie sich schützen, damit es erst gar nicht dazu kommt. In einer Präsentation ging es um Fragen des Datenschutzes, der Privatsphäre und des Urheberrechtes. Außerdem wurde besprochen, wie viel ein jeder von sich im Netz preisgeben sollte. Die Antwort ist einfach: Im Zweifel nicht zu viel und immer nur das, was ein jeder über sich auch ohne Internet bedenkenlos publik machen würde, so die Empfehlung des Medienpädagogen.