Die Stadt Staßfurt hält an ihrem Interesse fest, die Flächen der "Kanonenbahn"-Trasse in den zur Stadt gehörenden Gemarkungen zu kaufen. Allerdings fehlt nach wie vor eine Reaktion vom derzeitigen Besitzer.

Staßfurt/Hohenerxleben l "Mit Ihren Fragen müssen Sie sich an den Eigentümer der Anlagen wenden. Leider dürfen wir Ihnen den Käufer aus daten- und vertragsrechtlichen Gründen nicht preisgeben." So lautet die Antwort der Deutschen-Bahn-Pressestelle auf entsprechende Fragen nach dem derzeitigen Besitzer der einstigen Kanonenbahn. Deren Gleise und Nebenanlagen werden im Bereich zwischen Güsten und Calbe auf einer Länge von 17 Kilometer zurückgebaut.

Der Fachbereichsleiter der Stadt Staßfurt Wolfgang Kaufmann hält sich mit dem Namen des Käufers der Bahntrasse ebenfalls bedeckt. "Im August 2012 fand eine Beratung beim Oberbürgermeister statt, an der auch dieser Käufer teilgenommen hat", informierte Kaufmann auf Volksstimme-Nachfrage aber, "Während dieser Beratung teilte uns der Käufer mit, dass der Rückbau der Gleise erfolgen wird und dass dann die Grundstücksflächen verkauft werden sollen, vorwiegend an Kommunen."

Zu diesem Zeitpunkt habe die Stadt ihr Kaufinteresse noch einmal deutlich gemacht. Der neue Besitzer habe damals signalisiert, der Stadt ein schriftliches Angebot unterbreiten zu wollen. Das liege aber bis zum heutigen Tag noch nicht vor, so Kaufmann. Trotz wiederholter Nachfrage im August 2013. Trotz nochmaliger Bitte um ein Angebot Mitte Februar dieses Jahres.

"Ich bleibe aber dran", verspricht Wolfgang Kaufmann und hofft im Interesse der Stadt auf einen möglichst günstigen Kaufpreis.

Wie Volksstimme aus anderer Quelle erfuhr, sei ein holländisches Unternehmen mit dem Rückbau und der Vermarktung des Gleisschrotts beschäftigt.

Besonders die Hohenerxleber sind stark daran interessiert, dass endlich wieder eine Verbindung in die südliche Feldflur geschaffen werden kann, wozu allerdings die Stadt Eigentümer des entsprechenden Grundstücks sein müsste (wir berichteten). Zumal auch die Firma, die gegenwärtig mit dem Rückbau beschäftigt ist, eine Dammschüttung vorzunehmen, wie Wolfgang Kaufmann bereits mitteilte.

Derweil hätten auch andere Anlieger Interesse an einem Radweg auf der Trasse, die zwischen 1870 und 1880 zum Transport von Kriegsmaterial zwischen Berlin und Metz gebaut wurde. Der neue Radweg würde viele Orte zwischen Güsten und Calbe auf kürzestem Wege verbinden.

Bruno Funke zum Beispiel - aus dem "vergessenen Dorf Löbnitz", wie er seinen Heimatort bezeichnet - kann sich den Radweg jedenfalls schon bestens vorstellen. "Zur Anbindung von Löbnitz an diesen Radweg bräuchte man nur noch die schon bestehenden Auffahrten an unserer Eisenbahnbrücke in Ordnung bringen."