In Schneidlingen erfahren Kinder mit einem geistigen Handicap in der Katharinenschule eine ganz spezielle Förderung. Selbstvertrauen und Selbstständigkeit sind dabei extrem wichtig. Denn die Neugier der Kleinen gilt es mit allen Sinnen zu wecken. All das erfuhren Besucher auf einem Tag der offenen Tür.

Schneidlingen l Beim Betreten der Lobby strahlt die Katharinenschule an diesem Tag noch heller als sonst. Draußen scheint die Sonne und trotz der frühlingshaften Temperaturen sind Besucher zum Tag der offenen Tür nach Schneidlingen gekommen. Es gibt Kaffee und Kuchen. In den Klassenräumen informieren die Lehrer.

Schulleiterin Heike Littmann berichtet, das derzeit 43 Mädchen und Jungen in dem christlich evangelischen Haus, dessen Träger die benachbarte Klusstiftung ist, unterrichtet werden und dass auch eine internatsmäßige Unterbringung möglich ist. Die Schule gibt es seit Anfang der 1990er Jahre. 1995 wurde der jetzt genutzte Neubau eingeweiht.

Die Direktorin erklärt weiter, dass die Pädagogik sich am Leitsatz von Maria Montessori orientiert. "Hilf mir, es selbst zu tun", erklärt sie, dass danach unterrichtet wird. Denn so werde dem Kind zu mehr Selbstständigkeit verholfen und das wiederum steigere das Selbstvertrauen. Dazu werden spezifische Lehrmaterialien eingesetzt. Das sei für eine positive geistige, körperliche, seelische, intellektuelle Entwicklung des Kindes sehr wichtig, so die Schulleiterin. Sinne werden bei einer Aufgabenstellung angesprochen, so wiederum werde die Neugier selbst tätig zu werden, geweckt. Schließlich stehe auch die Übung der Bewegungskoordination bei allen Aufgaben im Mittelpunkt. Littmann: "Unseren Schülern wird so eine bedarfsgerechte Förderung angeboten."

Vorgestellt wurden zum Tag der offenen Tür auch vielfältige Therapieangebote, die in den Unterricht integriert sind. Im Haus wird beispielsweise die Reittherapie angeboten. Littmann dazu: "Reiten auf dem Pferd dient einer Normalisierung der Muskelentspannung." Außerdem werde das Gleichgewicht geschult, erklärte sie beispielhaft den Nutzen.

Generell spielt die Natur in der Schule eine wichtige Rolle. Auf einem rund 30 000 Quadratmeter Freigelände gibt`s Wiesen mit Obstbäumen, eine Kräuterspirale, Gehege mit Ziegen und Schafen oder Pferden und einen Öko-Teich.

Besucher erhielten zudem Einblick in die Kreativförderung. Dazu gehört auch die Musik. Hier liegt ein weiterer Schwerpunkt der Einrichtung, in der es unter anderem zwei Flötengruppen gibt und Tanzunterricht angeboten wird. Am Sonnabend wurde im Musikraum gemeinsam gesungen. Und noch eine Besonderheit zeichnet das Haus aus. Gemeint ist die unterstützende Kommunikation. Das heißt, dass den Kindern mit Hilfe von Tagesfarben oder Piktogrammen zu einer besseren Orientierung verholfen wird. Mehr Selbstständigkeit geben auch sogenannte "Talker". Das sind elektronische Kommunikationshilfen, die eine Stimme ermöglichen. "Das fördert die Sprachentwicklung", ergänzt Littmann. Und daher werden die "Talker" in der Schule überall und jederzeit eingesetzt.

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