Der Vorfall in der Förderstedter Sporthalle hat hohe Wellen geschlagen. Die Stadtverwaltung reagierte sofort und nahm ihre Sportstätten, in Kernstadt und allen Ortsteilen, unter die Lupe. Ein Beispiel ist Neundorf. Über eine Liste an Mängeln berichtet der Ortsbürgermeister.

Neundorf l Burkhard Hennicke (parteilos) informierte als Ortsbürgermeister beim jüngsten Ortschaftsrat in Neundorf über die Mängel in der Turnhalle Neundorf. Nachdem die Stadtverwaltung ihre einzelnen Sporthallen einer grundlegenden Prüfung unterzogen hat, hat sich hier eine ganze Liste von Mängeln gefunden.

Diese stellte der Ortsbürgermeister nacheinander vor: "Zunächst ist hier ein Wandgerät kaputt, das musste gesperrt und dann abgebaut werden", begann Hennicke. "Außerdem wurde ein Sprungkasten gesperrt", so Hennicke weiter. Weiterhin zählte er Sportgeräte auf, die für 100 bis 150 Euro repariert werden müssen. "Wenn kein Schulsport, dann Umsetzen nach Staßfurt-Nord", ist zu diesen Geräten in der Liste notiert. Das heißt so viel wie: Sind die Geräte repariert und findet in Neundorf ab 2014/2015 kein Schulsport mehr statt - mit einer Schulschließung ist zu rechnen - werden sie für den Sportunterricht im Schulzentrum Nord verwendet.

"Dazu kommen weitere Mängel. Die Galerie ist verschmutzt. Das Havarietelefon funktioniert nicht."

"Das Sprungbrett ist in Ordnung, aber es sind fünf Turnmatten für die Verwendung gesperrt", machte Hennicke weiter deutlich und zog die Stirn hoch über der langen Liste. "Dazu kommen weitere Mängel. An der Spundwand sind die Schrauben mal nachzuziehen. Die Galerie ist stark verschmutzt. Das Havarietelefon funktioniert nicht", sagte Hennicke.

Auch der hygienische Zustand der Turnhalle ist etwas, das den Neundorfern seit Jahren aufstößt. Wer die Toiletten betritt, fragt sich zwei Mal, ob er es nicht doch noch eine Weile "aushält". "Die hygienischen Bedingungen sind auch nicht in Ordnung", meinte Hennicke, "aber das ist ein anderes Thema" und habe mit Verschleiß und notwendigen Reparaturen zunächst nichts zu tun.

Die Turnhalle stammt aus dem Jahr 1912 und wurde 1992 saniert. Die Sportstättenentwicklungsplanung, die die Stadt Staßfurt 2013 in Auftrag gegeben hatte und die in einer der Stadtratssitzungen im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, beinhaltet eine Analyse aller Sportstätten der Stadt.

Die Analyse bewertet den Zustand der Neundorfer Turnhalle bereits als schlecht. Mit der Bewertung "K3", was soviel heißt wie "Sportanlage mit schwerwiegenden Mängeln" ist sie nur eine Stufe unter "Sportanlage unbrauchbar".

"Es wird somit in Zukunft sehr viel schwerer werden, diesen Posten im Haushalt zu rechtfertigen."

Einige Mängel, die in der Sportstättenanalyse aufgeführt werden, sind: "Mängel in der Bauunterhaltung, alte Basketballkörbe, alte Geräteausstattung, alter Sanitärbereich, schlechte Sichtbarkeit der Bodenlinien." Ähnlich schlecht wird der Zustand etwa beim Sportplatz Hohenerxleben, dem Sportplatz Förderstedt, der Sporthalle in Glöthe oder dem Sportplatz Löderburg beschrieben. Eine so schlechte Bewertung hat ein Drittel aller Sportstätten der Stadt - Hallen und Plätze. Der Zustand von den restlichen zwei Dritteln wird wesentlich besser beurteilt.

Die Analyse über die Sportstätten sagt noch weiteres: Mit der Schulschließung in Neundorf wird die Turnhalle in Zukunft "nur noch" "für den TSV Neundorf und die Jugendfeuerwehr" bereitgestellt. "Es wird somit in Zukunft sehr viel schwerer werden, diesen Posten im Haushalt zu rechtfertigen." Es müsse überlegt werden, ob sich weitere Gruppen finden, die die Halle nutzen können oder ob die Halle geschlossen werden kann. Dennoch sei dies eine Einzelfallentscheidung, denn für Neundorf ist die Halle Zentrum vieler sozialer, sportlicher Aktivitäten.

Die Stadtverwaltung will nun die Mängel in Neundorf, sowie in allen anderen Sporthallen, so schnell wie möglich beseitigen, heißt es aus der Verwaltung (wir berichteten).