Zwischen Cochstedt und Schneidlingen fehlt ein Radweg. Radler können jetzt auf eine neue Route hoffen, die vor allem mehr Sicherheit verspricht. Denn Vorbereitungen zum Bau einer Strecke wurden von Räten angeschoben.

Cochstedt/Schneidlingen l Seit Jahren wird der Bau eines Radweges zwischen Cochstedt und Schneidlingen heiß diskutiert. Auf etlichen öffentlichen Beratungen wurde seitens vieler Abgeordneter immer wieder deutlich, dass die Strecke dringend benötigt wird.

Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Räte haben das Vorhaben jetzt aber selbst in die Hand genommen und sich zu einer Begehung getroffen, um der Stadtverwaltung mögliche Strecken vorzuschlagen.

"Von der Naturumgebung ist diese Variante die Schönste."

Drei Routen wurden dem Ortschaftsrat in Cochstedt kürzlich im Ergebnis präsentiert. Auf eine einigten sich Stadt und Räte. Diese Variante sieht vor, dass der Weg an der Kreisstraße kurz hinter dem Ortsausgang Cochstedt an der Gartenanlage entlang führt. Dort gibt es bereits einen ausgebauten Fußweg auf rund 200 Metern (siehe Foto), der kombiniert als Rad-Fußweg genutzt werden könnte, sagte Cochstedts Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (parteilos). Der neue Weg könnte seinen Worten zufolge daran anschließend rechts an der Straße hinter der Leitplanke entlang verlaufen, dann über den Goldbach in Richtung Wasserwerk führen. In Schneidlingen würden Radler dann an der Klusstiftung in das Dorf einfahren. "Von der Naturumgebung ist diese Variante die Schönste", meint der Ortsbürgermeister.

Auch Schneidlingens Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann (FDP) kennt diese Streckenführung und ihre landschaftlich schöne Umgebung, die Radfahrer genießen könnten. Für sie gehört der Bau eines Radweges aufgrund der Sicherheit ebenfalls zu den Projekten, die nicht länger auf sich warten lassen sollten. Viele Schüler würden mit dem Rad zwischen den Dörfern pendeln, sieht Engelmann dringenden Handlungsbedarf. Daher wird der Bau des Radweges auch Thema in der kommenden Ortschaftsratssitzung in Schneidlingen sein, kündigte die Stadtratsvorsitzende an.

Sie betonte weiterhin, dass der neue Weg es ermöglichen würde, Egeln oder das Waldgebiet "Hakel" direkt von Schneidlingen aus ohne Umwege zu erreichen. Im Moment geht das nicht. Radler müssen dafür entweder nach Groß Börnecke in die Pedalen treten und von dort aus über Tarthun nach Egeln fahren oder eine längere Strecke von Schneidlingen aus über Hakeborn in Kauf nehmen. Dabei sei der Hakel ein solch beliebtes Ausflugsziel, bedauert die Ortsbürgermeisterin die fehlende direkte Anbindung.

Stadt will Kosten schätzen: 2014 ist aber kein Geld verfügbar

In diesem Jahr wird es trotz aller Dringlichkeit mit dem Bau des Radweges aber nichts mehr werden. Die Bauamtsleiterin der Stadt Hecklingen Sigrid Bleile sagte gegenüber der Volksstimme, dass dafür 2014 keine Mittel in den Haushalt der Kommune eingestellt werden können.

Bleile erklärte aber weiter, dass die vom Ortschaftsrat Cochstedt favorisierte Route jetzt angegangen werden soll. Damit ist gemeint, dass die Stadt die Eigentumsverhältnisse der Flächen, über die der Weg verlaufen soll, klären will, um danach festzulegen, was der Bau kosten würde. Die Kalkulation wiederum ist nötig, um festzulegen, wie das Ganze finanziert werden soll. Denn ohne Zuschüsse wäre das Projekt gestorben. Daher hat die Stadt den Ortschaftsräten auch zugesagt, abzuklären, welche Fördermittelprogramme infrage kommen.

Für Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart ist dieses Zwischenergebnis der Bemühungen, im Bau voran zu kommen, ein positives Zeichen, wenngleich er sich nicht zufrieden stellen kann. Er spielte darauf an, dass der Bau des Radweges seit mindestens zehn Jahren im Gespräch sei. "Ich bin froh, dass wir jetzt zumindest so weit gekommen sind", sagte der Cochstedter. Letztendlich habe der Stadtrat in Hecklingen aber das letzte Wort. Käme das Vorhaben dort zur Abstimmung, sieht der Ortsbürgermeister eine reelle Chance, dass es verwirklicht werden kann. Parteiübergreifend bestehe Einigkeit, dass der Radweg erforderlich ist, sagte er.