Was ist geworden aus? Diese Frage greift die Volksstimme in Beiträgen einmal in der Woche auf, um nachzuhaken, wie sich Themen, über die berichtet wurde, entwickelt haben. Diesmal geht es um eine Selbsthilfegruppe, die vor vier Jahren in Hecklingen gegründet werden sollte.

Hecklingen l Und ja, die Gruppe wurde ins Leben gerufen, im Moment finden zwar keine Treffen statt. Aber viele zurückliegende gemeinsame Gesprächsrunden haben Angehörigen geholfen. Davon ist Initiatorin Jutta Peters überzeugt. Denn die Sorgen der Menschen, die zu den Treffen kamen, sind wahrlich schwer. Sie pflegen Angehörige, die an Demenz erkrankt sind. Ein Umstand, der Ehepartnern oder Kindern, die sich um ihre Lieben kümmern, viel Kraft kostet.

Jutta Peters weiß darum. Berufliche Erfahrungen aus vielen Jahrzehnten haben die Pflegedienstleiterin 2010 zu dem Entschluss geführt, aus freien Stücken nach Feierabend Hilfe anzubieten. Die Hecklingerin, die ihren Beruf als Berufung sieht, wollte Leuten, die vielleicht auch sonst alleine sind und keinen zum Reden haben, zeigen, dass es jemanden gibt, an den sie sich wenden können und der jederzeit ein offenes Ohr für ihre Probleme hat.

Und das Angebot wurden dankend angenommen. Mit sechs Leuten startete die Gruppe. In Abständen kamen die Mitglieder immer wieder zusammen, um Erfahrungen auszutauschen. Gegenseitige Tipps bei alltäglichen Problemen und Hinweise wurden gern angenommen. Dazu gab es Literaturempfehlungen und Hinweise auch in allen behördlichen Fragen, etwa zu den Themen Vorsorgevollmacht und Pflegestufe.

Seit knapp einem Jahr pausiert die Gemeinschaft. Persönliche Umstände einzelner Mitglieder ließen den Gesprächskreis kleiner werden. Im Moment finden keine Zusammenkünfte statt. Am Ende sei der Bedarf nicht mehr gegeben gewesen, die Initiative in Hecklingen fortzuführen

Das könnte sich aber auch von heute auf morgen ändern, sagt Jutta Peters. Denn nach wie vor sollten all jene, die sich vielleicht mit ihren Problemen allein fühlen, keine Scheu haben, sie anzusprechen. "Ich biete gern auch Einzelgespräche an", ist es ihr auch weiterhin ein Bedürfnis, zu helfen. Außerdem sieht sie es als wichtig an, ein Stück Aufklärungsarbeit über die Krankheit zu leisten. "Die Demenz ist ein Gedächtnisverlust", erklärt sie, dass es viele verschiedene Formen gibt.

Selbsthilfegruppe könnte sich bei Bedarf wieder treffen

Und Jutta Peters weiß aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit, dass die Pflege einer Person, die an Demenz erkrankt ist, rund um die Uhr erfolgen muss. "Wenn man berufstätig ist, muss man sagen: Das ist nicht machbar", weiß Peters darum, wie intensiv die Betreuung sein muss.

Für Angehörige hat sie den Rat, von Anfang an einen Neurologen aufzusuchen. Es sei zwar kein Medikament auf dem Markt, dass die Krankheit stoppen könne, jedoch lindernde Arznei gäbe es schon, erzählt Jutta Peters, die seit 1987 in der Altenpflege tätig ist. Auch daher weiß sie, wie wichtig es ist, den Facharzt zu konsultieren, um auf Nummer sicher zu gehen und Klarheit zu haben.

Steht die Diagnose fest, sei das für beide Seiten, die Betroffenen und ihre Angehörigen nicht leicht. Eben weil sich die Menschen so verändern. Niemand müsse sich dafür schämen, so Jutta Peters.

Betroffene, die Redebedarf haben, können sie jederzeit in Hecklingen anrufen. Sie ist nach Feierabend ab zirka 18 Uhr unter der Rufnummer (0 39 25) 28 45 14 erreichbar und ruft auch zurück, wenn ihr jemand auf den Anrufbeantworter spricht. So sind Einzelgespräche möglich. Jutta Peters schließt aber nicht aus, dass eine Selbsthilfegruppe wieder zusammen findet, vorausgesetzt der Bedarf ist gegeben und betroffene Angehörige finden den Mut, über ihre Probleme zu reden.

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