Groß Rosenburg (tli) Ein besonderer Fund an einem besonderen Bauwerk: GroßRosenburg "Horst Adam hatte recht", zeigt Heimatvereinschefin Karin Keller anerkennend zum Nordportal des Burgturms. Dort ist eine reliefartige Steinhand zu sehen, die Daumen, Mittel- und Ringfinger nach oben spreizt, wie man es noch heute tut, wenn man einen Schwur ablegt. Eine sogenannte Schwurhand (andere Heimatgeschichtler meinen, es sei eine segnende Hand) ist seit Jahrzehnten vom Südportal bekannt. Dass sich ein spiegelbildliches Pendant auch im Norden befindet, sagte nur Horst Adam voraus. Der Rentner wohnt unweit der Burg und ist geschichtsinteressiert.Zum Vorschein kam das Relief erst, nachdem das uralte Efeu im Zuge der Turmsanierung entfernt wurde. Die Pflanze war schon in den 1930er Jahren üppig nachweisbar. "So schön wie es aussah", sagt Karin Keller, "so schlimm war es für den Turm". Ihre verholzten Sprossachsen waren armdick geworden und setzten dem Mauerwerk zu. Wozu die Ruine allerbeste Voraussetzungen bot: Nach dem Brand im April 1945 entstanden Risse, die die Pflanze im Laufe der Jahrzehnte immer weiter auftrieb.

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