Das 1075-jährige Jubiläum, das der Ort Unseburg in diesem Jahr feiert, nimmt Siegfried Haberzettl zum Anlass, auch einmal über die Entwicklung des Sports in der Gemeinde zu berichten.

Unseburg l Die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Gemeinde war in den vergangenen Jahren sehr wechselhaft. So wechselhaft war auch die Entwicklung des Sports in Unseburg. Er bestimmte im Wesentlichen das gesellschaftliche Leben im Ort und ist damit ein wichtiges Standbein der Lebensqualität im ländlichen Raum. Die erstmalige Erwähnung einer sportlichen Organisation erfolgte in Unseburg im Jahre 1898. Sie trug den Namen "Turnverein Friesen". Die erste Gründung eines Fußballvereins in Unseburg erfolgte im Jahre 1904 unter dem Namen "1. FC Sturm".

Die Gründung eines Radfahrvereins erfolgte nachweislich nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1919. Der Verein trug den Namen "Frischauf Solidarität". Der erste Rasensportplatz wurde 1928 an Schachthäusern in der Bahnhofstraße eingeweiht. Es gab weder Umkleideräume noch eine Waschgelegenheit. 1904 war die Geburtsstunde des Unseburger Fußball Vereins "FC Sturm 07". Über Mitglieder, Spielergebnisse, Finanzierung, Vereinsentwicklung, Vereins-aufgaben und Vereinserfolge sind bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges keine zuverlässigen Aufzeichnungen vorhanden.

Wie die noch vorhandenen Mannschaftsbilder zeigen, wurde in dieser Zeit trotzdem aktiv Fußball und Handball gespielt und außerdem wurde geturnt und Leichtathletik ausgeübt. Während der Weltkriege war kein regelmäßger Sportbetrieb mehr möglich. Der Sportverein Tarthun "FC Viktoria 1932" wurde bei einem Sportfest am 26. Mai 1932 gegründet. Ein regelmäßiger Sportbetrieb in Unseburg und Tarthun begann erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg. Es wurde ein neuer Sportverein unter dem Namen Betriebssportgemeinschaft, BSG "Aktivist" Unseburg/Tarthun im Jahre 1949 gegründet. Dieser bestand aus den Sektionen Fußball, Radsport, Turnen/Leichtathletik.

Nach ein paar Jahren kamen noch Boxen, Schach, Handball und Tischtennis dazu. Trägerbetrieb war der VEB Braunkohlenwerk Unseburg. Für eine sichere Existenz war die Finanzierung durch diesen Betrieb sehr wichtig. Nach der Stilllegung des Braunkohlenwerkes wurde der VEB Hydraulik Tarthun der neue Trägerbetrieb. Der Verein wurde danach in die BSG "Motor Tarthun/Unseburg" umbenannt. Zu dieser Zeit hatte der Verein zweitweise bis zu 430 Mitglieder.

Die Vereinsvorsitzenden waren von 1949 an folgende Sportfreunde: Von 1949 bis 1952 Fritz Hotze, von 1952 bis 1960 Thomas Hammerl, von 1960 bis 1968 Gerhard Thunemann, von 1968 bis 1990 Walter Bröckl, von 1990 bis 1993 Peter Friedrich, von 1993 bis 2006 Siegfried Haberzettl, von 2006 bis zur Gegenwart Erhard Berge.

Die sportlichen Leistungen der 1. Fußballmannschaft konnten sich sehen lassen. Sie spielte von 1950 bis 1963 ununterbrochen in der Bezirksklasse und belegte immer vordere Plätze in ihrer Staffel. Einige Leistungsträger waren damals Heinz Koelber, Werner Schimrock, Hans Thomas, Helmut Dannehl, Heinz Kühne, Günther Lenzen, Heinz Borchert, Fritz Hölzke, H. Enkelmann, Gustav Rohde, Albert Schmiedecke, Kurt Magdziarz, Gerhard Köhlert und andere. Die nachfolgende Generation waren dann die Spieler Horst Bierig, Fritz Tiegel, Winfried Weferling, Werner Preuß, Gütnther Lösel, Siegfried Haberzettl, Walter Brökl, um nur einige Spieler zu nennen. Die Sektion Fußball zählte damals über 200 Mitglieder. Sie war die stärkste Einheit in der Sportgemeinschaft. In der Blütezeit des Fußballsports waren 300 bis 400 Zuschauer bei den Heimspielen auf dem Sportplatz.

Abteilung Boxen wurde 1958 wieder aufgelöst

Vergessen dürfen wir aber auch nicht die Sektion Boxen, die bei ihren Kämpfen immer ein volles Haus hatte und einen hervorragenden Sport den Zuschauern bot.

Boxer wie W.Cuno, K. Eckert, H. Schubert, E. Iffländer, G. Roßbach, H. Faulbaum und andere boten den Zuschauern immer ein Erlebnis. Trainer und Leiter der Abteilung Boxen war damals der Sportfreund Koch aus Staßfurt. Mit dem Fortgang des Sportfreundes Koch löste sich auch die Abteilung Boxen 1958 auf.