Beim Heimatfotorätsel dieser Woche war ein Motiv vom Albertinesee in Üllnitz gesucht. Nur wenige Leser haben es erraten. Einige ganz persönliche Erinnerungen hat das Bild dennoch ausgelöst.

Üllnitz l Das Bild muss aus den 30er oder 40er Jahren stammen, ist sich unsere Leserin Ingrid Klingberg sicher. Denn es war ihr Großvater, der die Gaststätte am Albertinesee in dieser Zeit betrieb. "Damals war ich noch ganz klein, drei Jahre alt", erzählt sie.

Ihr "Opa" war Gustav Schönborn, der die Gaststätte "relativ lange geführt haben muss", erinnert sich Ingrid Klingberg, eine geborene Schönborn. "Das müsste von 1938 bis 1948 gewesen sein, aber ganz sicher bin ich mir nicht mehr", erklärt sie. Gesichert ist heute, dass die Badeanstalt 1936 eröffnet wurde.

Erinnern kann sie sich trotzdem noch: "Als kleines Mädchen saß ich immer auf dem Schanktisch und habe etwas getrunken", lacht unsere Leserin. "Es war so viel los in der Gaststätte, viele Hochzeiten wurden dort gefeieret."

"Ob das mein Opa auf dem Bild ist, weiß ich nicht. Man sieht ihn ja leider nur von hinten. Es könnte aber sein. Oder es ist einer seiner Angestellten, davon hatte er ja mehrere", rätselt Ingrid Klingberg. Ihr Großvater Gustav Schönborn hatte außerdem noch die Gaststätte "Zur Linde".

Auf jeden Fall hat sie noch einiges aus der Gaststätte von damals behalten, einige Stühle und eine Tischdecke - als Erinnerung an die alten Zeiten.

Auch unsere Leserin Ute Lampe meldet sich zu Wort, vermutet allerdings einen "Herrn Stahlberg" auf dem Bild, der ebenfalls einst Betreiber der Badeanstalt gewesen sein soll. Dessen Frau habe sie persönlich gekannt. Auch hier ist der genaue Zeitraum unklar.

Nach "Herrn Stahlberg" habe "Tochter Friedchen Blümel die Badeanstalt geführt, ihr Mann ist schon früh verstorben oder im Krieg geblieben. Sie wohnten auch dort. Frau Blümel war die Freundin von meinen Eltern, und so hatte ich sehr engen Kontakt zu ihnen. Sie waren wie Tanten für mich."

Ute Lampe hat noch ziemlich genaue Erinnerungen an ihre Kindheit in der Badeanstalt: "Friedchen Blümel hat als Bademeisterin vielen Kindern das Schwimmen beigebracht. Auch ich habe dort das Schwimmen noch an der Leine erlernt, um zirka 1953. Ich sehe es heute noch vor mir. Schon damals gab es dort eine Rutsche. Da musste man oben noch mit Hilfe einer Pumpe das Wasser hochpumpen, damit die Rutsche nass wurde und wir dann hinunterrutschen konnten." Es gab dort auch Schwimmbecken aus Holz, 30, 60 und 90 Zentimeter tief und ein Sprungbrett in drei Metern Höhe.

Und was besonders schön war: In den Ferien mussten alle Kinder die Badeanstalt um etwa 18 Uhr verlassen. "Doch ich, meine Schwester und andere durften noch bleiben, weil unsere Eltern zum Abend nachkamen, wenn sie ihre Arbeit beendet hatten. Sie brachten dann belegte Brote mit, und so wurde nach dem Schwimmern mit den Eltern ausgiebig im Freien gespeist. Und dann ging es meistens gegen 21 Uhr mit dem Rad nach Hause nach Förderstedt Das war für mich mit das Schönste, es wird immer unvergesslich bleiben."

Gewonnen hat Ingrid Klingberg. Ihren Gewinn kann sie sich in der Redaktion, Gollnowstraße 6 in Staßfurt, abholen oder abholen lassen: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.

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