Eine Dampflok der Baureihe 52 von den Berliner Dampflokfreunden. Das "Röhrende Monster", eine Dampflok der Baureihe 03 aus Halle-Leipzig. Und ein Österreicher, der knapp 700 Kilometer auf sich nimmt, um das Eisenbahnfest am Güstener Weg zu erleben. Nur drei Beispiele, warum das Staßfurter Traditionsbahnbetriebswerk als Mekka der Eisenbahnfans bezeichnet wird.

Staßfurt l Bereits zwei Stunden, nachdem sich die Tore des Traditionsbahnbetriebswerks zum ersten Eisenbahnfest des Jahres geöffnet hatten, war der Güstener Weg zugeparkt. Unter den Tausenden Besuchern auch ein Dampflokfan aus Österreich, der knapp 700 Kilometer mit dem Auto angereist war. "Staßfurt hat mir noch gefehlt", erklärt Claus Liebhart. Seit 1993 sei er hauptsächlich im Osten Deutschlands unterwegs. In Staßfurt seien die Güterzüge das Besondere und das "wunderschöne Bahnbetriebswerk mit den vielen Loks, die museal betreut werden". Für ihn sei die 44-er Dampflok das Prachtexemplar im Dampfeinsatz. "Es ist das letzte Refugium für Dampflokfans", ist Liebhart in Gedanken schon beim nächsten Plandampfeinsatz dieser Tage im Werratal. Über Staßfurt schwärmt er aber noch: "Das ist ein besonders besucherfreundliches Bahnbetriebswerk, weil weitgehend alles zugänglich ist und weil es ,lockere Typen` hier gibt."

Nicht weniger beeindruckt zeigten sich Bernd Wieder und Matthias Trautsch, die mit dem Sonderzug von den Dampflokfreunden aus Berlin-Schöneweide anreisten. "Im Frühjahr ist Staßfurt ein Muss", verrät Trautsch. Auch er schätzt besonders die Live-Fahrten mit der einzigen im Osten noch fahrbereiten 44-er Dampflok. Und dann, wie die Kraftpakete den Ablauf-Berg hoch und runter fahren. "Das gibt`s sonst kaum noch", weiß er, der einst selbst als Heizer auf einer Dampflok seinen Dienst verrichtete. Die Berliner genießen ihren vierstündigen Aufenthalt bei den Staßfurter Eisenbahnfreunden.

Und die Gastgeber? "Etwa 50 Vereinsmitglieder sind am Wochenende im Einsatz", schätzt Jürgen Krebs. Der Sprecher des Vereins selbst stellt immer wieder die Fahrten auf dem Vereinsgelände zusammen. Dass wieder Tausende Besucher den Weg nach Staßfurt fanden, macht die Eisenbahnfreunde hier natürlich stolz. Die am weitesten angereisten Gäste kamen übrigens 2007 aus Australien und Kalifornien.

   

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