Cochstedt (nme) Die evangelische Kirchengemeinde in Cochstedt kommt ihrem Ziel, die Glocken in der Sankt-Stephani-Kirche zu komplettieren, näher. In dieser Woche spendete die Sparkassenstiftung das Geld für die dritte Glocke. Hier gab es die größten Probleme. Wahrscheinlich aus Materialmangel wurde zu DDR-Zeiten der hölzerne Glockenstuhl gegen eine Konstruktion aus Stahl ausgetauscht. Was eigentlich noch länger halten sollte, erwies sich im Nachinein betrachtet als Fehlkonstruktion. Offenbar kam das Material mit den dynamisch auftretenden Lasten nicht klar. Immer wenn die tonnenschweren Glocken im Turm ihre Arbeit verrichten, sorgt das pendelnde Gewicht für Schwingungen, die sich auf den Glockenstuhl übertragen. Bis in den Boden oder die Turmmauern muss der Glockenstuhl die wechselnden Kräfte übertragen.Als sich Risse in der Kon-struktion zeigten, mussten die Cochstedter das Läuten einstellen. Zu groß war die Sorge, dass die tragende Konstruktion den Kräften irgendwann nicht mehr gewachsen ist.Damit die Glocken wieder klingen konnten, musste zunächst der Glockenstuhl erneuert werden. Dabei griff der Fachplaner auf einen bewährten Rohstoff zurück: Holz. Massive Eichenstämme können die schweren Glocken viele Jahrhunderte bei entsprechender Pflege tragen. Einst beherbergte der Glockenturm der Stephanikirche drei Glocken. Doch die vergangenen Kriege sorgten dafür, dass sie aus dem Turm geholt wurden. Die Bronze wurde für die Rüstung benötigt. Nur eine Glocke hat den Zweiten Weltkrieg überstanden. Die 1869 gegossene Bronzeglocke hängt heute wieder in dem Turm. In den 1960er Jahren bekam die Cochstedter Kirchengemeinde einen Ersatz für die beiden verlorengegangenen Bronzeglocken. Eine Stahlgussglocke aus Apolda sollte fortan mit der alten Glocke für einen schönen Zweiklang sorgen. Allerdings hielt die Stahlgussglocke nicht ansatzweise so lange wie die Glocken aus Bronze. Schon vor mehr als zehn Jahren sahen die Fachleute das Ende der Stahlglocke gekommen.Im vergangenen Jahr gab es dann die große Überraschung für den Förderkreis und die Kirchengemeinde. Es gab Geld aus einem Nachlass. Nun soll eine neue Glocke gegossen werden.