Zwei interessante Modelle wurden der Stadt Staßfurt in den vergangenen beiden Jahren geschenkt: ein Salzbergwerk von einem schwedischen Museum und eine dreidimensionale Repräsentation vom Staßfurter Untergrund als ein Ergebnis des Forschungsverbundvorhabens. Doch bisher wartet die Öffentlichkeit noch darauf, die Modelle bestaunen zu können.

Staßfurt. Mit Spannung war das Modell aus Schweden am 2. September 2009 auf dem Museumshof ausgepackt worden. Es hatte die lange Reise unbeschadet überstanden und wurde als Sensation gefeiert. Schon damals wurde teils heftig darüber diskutiert, welchen Standort es denn finden sollte, um es möglichst gut zu repräsentieren. Von Sparkassenschiff, leeren Geschäftsräumen in der Steinstraße und dem Museum war die Rede.

Der Standort ist nach Meinung des Staßfurter Museumsleiters Michael Scholl gefunden. Nämlich im Obergeschoss des Museums. Die Statik sei nicht das Problem, wie anfangs befürchtet. Die Bohrmaschinen, die sich jetzt schon in der oberen Etage befinden, würden auch jeweils drei bis vier Zentner wiegen. Das Modell sei etwa fünf Zentner schwer. Scholl sieht eher ein Problem im Transport zwischen der Industriehalle, wo das Modell momentan lagert, und dem Museum. Mehr wollte er zum Thema Bergwerk nicht sagen, auch nicht zu einem eventuellen Terminplan.

Und die Staßfurter Öffentlichkeit wird sich wohl auch mit dem zweiten erwähnten Modell noch etwas gedulden müssen. "Staßfurt ist weltbekannt durch die Wiege des Kalibergbaus – ein Pfund mit dem man wuchern sollte", hatte Johannes Gerardi, Koordinator des Forschungsverbundvorhabens, im November 2010 bei der Fachtagung der Bergbau-Experten erklärt, wo auch ein "Flug durch den Staßfurter Salzsattel" mit seinen Grubenbauen simuliert wurde. Diesbezüglich bedauerte es Gerardi außerordentlich, dass das 3-D-Modell und auch andere Forschungsergebnisse nicht wie ursprünglich einmal geplant, Platz in einem Staßfurter Kompetenzzentrum finden würden. "Besonders auch für Schulen wäre es sehr interessant", betonte Gerardi. Mit ihnen könnte man aber bei Interesse sicher eine Lösung finden.

Interesse fand jedenfalls dieses wissenschaftliche Modell auch bei ehemaligen Bergleuten. "Wir wissen zwar viel, aber nicht alles", sagte zum Beispiel Horst Trautewig, der 40 Jahre unter Tage gearbeitet hat, bei der Fachtagung und war ganz gespannt darauf, wie das Modell aussieht.

Die Staßfurter Öffentlichkeit ist es immer noch.

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