Die Schneidlinger verlieren langsam die Geduld beim Straßenausbau. Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann forderte Investitionen in ihrem Ort. Es könnten nicht immer nur die anderen Orte an der Reihe sein, meinten die Ortsräte.

Schneidlingen l In Schneidlingen sind die Ortschaftsräte mit ihrer Geduld langsam am Ende. Das wurde auf der Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend deutlich. Eindringlich forderten die Ortsräte von der Stadtverwaltung Investitionen in ihrem Ort. So soll die Oststraße grundhaft ausgebaut werden. Das Projekt, klagte Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann, fordere die Kommune bereits seit rund zehn Jahren. Passiert sei bislang nichts, bedauerte sie in Richtung der Stadtverwaltung.

Dabei ist das Projekt im aktuellen Haushaltsplanentwurf für 2014 enthalten, bestätigte Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU), der an der Sitzung teilnahm. Doch es gibt noch mehr Baustellen in dem Ort, machte Ingrid Engelmann immer wieder aufmerksam. Der Fußweg am Bahnhof sei ebenso ein Dauerbrenner. Auch hier forderten die Räte bereits seit einem Jahrzehnt einen Fußwegbau.

Daneben müssten die Straßenlampen in der Thälmannstraße repariert oder ausgetauscht werden, erklärte sie weiter. Nur noch ein Teil der Leuchten funktioniere nämlich. Außerdem fragen sich Ortsbürgermeisterin und Ortschaftsräte, warum die Kommunikation mit der Hecklinger Bauverwaltung so kompliziert sei. Erst vor kurzem sei sie auf einer Veranstaltung gewesen, bei der es um die EU-Leader-Förderung gegangen sei. "Da wurden auch viele Projekte aus Hecklingen vorgestellt, die ich nicht kannte", schilderte Ingrid Engelmann. Nicht einmal im Bauausschuss des Stadtrates seien die Projekte beraten worden, empörte sich Orts- und Stadtrat Dietmar Förster. Die letzte Sitzung des Bauausschusses sei weit vor Weihnachten gewesen.

Offenbar werde das Gremium Bauausschuss gezielt umgangen, vermutet der Stadtrat. Denn aus der Zeitung erfahre er, dass in Groß Börnecke eine Bepflanzung geplant sei, von der der Bauausschuss nichts erfahren habe. Eigentlich müsste das Gremium aber mit der Frage befasst sein, fragte er in Richtung Bürgermeister.

Allgemein macht sich im Schneidlinger Ortschaftsrat das Gefühl breit, dass Schneidlingen keine große Rolle in der Stadt spiele. Ständig würden die Gemeindearbeiter in andere Ortschaften abgezogen, beklagten sie weiter. Projekte, die mit wenig Einsatz durchgeführt werden könnten, werden aus unerfindlichen Gründen abgesagt, meldete sich Dietmar Förster mehrfach zu Wort.

Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche konnte zu den Vorwürfen wenig Stellung nehmen. Er versicherte aber, dass er mit der Bauverwaltung versuchen werde, die geplanten Bauprojekte umzusetzen. Fördermittel seien zum Ausbau der Oststraße beantragt. Ob und wann es Geld für das Projekt gibt, sei offen. Denn aktuell ändern sich die Förderbedingungen bei vielen Landes- und EU-Projekten, weil eine neue Förderperiode beginnt.

Ein weiteres Problem ist für die Schneidlinger außerdem der Ablageplatz für den Grünschnitt. Um die abgelieferten Mengen zu beherrschen, hatten sich die Schneidlinger einen Schredder gewünscht. Ein Gerät gebe es nicht, so der Bürgermeister. Dafür soll eine Firma engagiert werden, die das Grünzeug kostengünstig zerkleinere und auch mitnehme.

Ärger mit Grünschnitt

Ingrid Engelmann sprach sich dafür aus, den Grünschnittcontainer in diesem Jahr im Freibad zu stationieren. Damit könne der Gemeindehof mal aufgeräumt werden. Da das Freibad aber vermietet ist, muss die Stadtverwaltung dazu erst mit dem Mieter sprechen. Außerdem soll die Stadt mehr darauf achten, dass die Bürger nur Grünschnitt in den Container legen.

Immer wieder werde auch anderer Müll zum Grünschnittplatz gebracht, beklagte sie sich. Sei das Tor verschlossen, legten die Bürger ihre Pflanzenreste vor dem Tor einfach ab. Mehr Disziplin forderte sie in Zukunft von den Bürgern. Die Gemeindearbeiter könnten nicht dauernd damit beschäftigt sein, den Bürgern den Müll nachzuräumen, meinte sie.

Klagen gab es ebenfalls über den Grünschnitthaufen, der in einigen Wochen das Osterfeuer darstellen soll. Auch hier brächten die Bürger immer wieder Dinge, die nicht auf den Haufen gehörten, schätzte der Ortswehrleiter ein. Die Feuerwehr habe vor dem Osterfeuer immer wieder einen großen Aufwand, um die nicht zugelassenen Dinge aus dem Haufen zu holen, sagte er. Auch er bat die Einwohner mehr darauf zu achten, nur die erlaubten Dinge auf den Osterfeuerhaufen zu werfen, um es den Kameraden nicht zu schwer zu machen.