Nach den Querelen mit dem gefeuerten Theaterleiter Norbert Viertel ist der Vorstand des Theaterfördervereins zur Sacharbeit zurückgekehrt. An einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die hinter verschlossenen Türen stattfand, nahmen 70 der insgesamt 132 Mitglieder teil.

Staßfurt l "Die Sitzung war sehr harmonisch verlaufen. Es hatte nicht eine einzige Anfrage gegeben. Der Verein hat mit großer Mehrheit hinter dem Vorstand gestanden", sagte Vereinschefin Karin Marzahn erleichtert und fügte hinzu: "Wir haben dort unsere Satzung überarbeitet, den Vereinszweck angepasst und den Beirat wieder aufgenommen."

Damals, als die letzte Satzung beschlossen wurde, war der Verein noch nicht Träger des Theaters. Dessen Betrieb hatte er erst am 6. Dezember 2005 übernommen, so Marzahn.

Ein Beirat mit beratender Funktion war zwar schon damals eingefügt und dem Vereinsregister des Amtsgerichts Stendal zur Eintragung mitgeteilt worden. Dort habe man aber einen formalen Mangel gefunden, sagte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Dörte Stein. Zum Vereinszweck gehöre nun auch das Musiktheater, zuvor waren es Operette und Oper.

Die Höhe der Mitgliedsbeiträge sei nicht geändert worden, teilte Schriftführer Stephan Czuratis mit. Das sei bereits in der Dezember-Versammlung auf Vorschlag der Mitglieder erfolgt. Dort sei ein Satz von 60 Euro pro Person und Jahr festgesetzt worden.

Auf den ehemaligen Theaterchef angesprochen, sagte Stein, dass die fristgerechte Kündigung von Norbert Viertel zum 31. Januar 2014 wirksam geworden sei.

Für die Nachfolgeregelung seien zwar Bewerbungen eingegangen, sagte Marzahn. "Es ist aber keine Ausschreibung mehr geplant", sagte Stein. Dazu sei man auch nicht verpflichtet. Der Vorstand hat inzwischen die 36-jährige Theaterpädagogin Sandy Gärtner aus Magdeburg mit der Führung des Hauses nicht mehr als Theaterchefin, sondern als amtierende künstlerische Leiterin und Theaterpädagogin, betraut. Das Hausverbot für Viertel soll bestehen bleiben, teilte Marzahn auf Nachfrage der Volksstimme mit.

Sandy Gärtner hat inzwischen auch schon den neuen, ab September geltenden Spielplan für das Haus erarbeitet, dem sie das Motto "Mit Humor" gegeben hat. Die neuen Veranstaltungen will sie im Juni in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. "Wir starten mit der Staßfurt-Extraausgabe mit dem Xylophonvirtuosen und Moderator René Warkus und präsentieren die Buddy-Holly-Show zu Silvester", ließ Sandy Gärtner schon einmal durchblicken. Bei der Extraausgabe handelt es sich übrigens um die Nachfolgeveranstaltung der beliebten "Staßfurt-Show".

Das Motto will Sandy Gärtner unter anderem als ihre neue Handschrift verstanden wissen und versuchen, diesem Anspruch auch gerecht zu werden. "Ganz wichtig ist mir auch das WIR-Gefühl. Darüber hinaus versuche ich, im Theater Reihen zu etablieren und bestimmte Zielgruppen zu erreichen", sagte die Theaterchefin. An diesem Ziel halte sie fest, auch wenn nur 30 Gäste im Haus seien.

Als sehr wichtig bezeichnete sie auch die geplanten Kabarettveranstaltungen im Tillysaal in Kooperation mit dem Theatercafé. Das Gleiche gelte für die Fortsetzung der Kooperationen mit solchen Partnern wie der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, René Warkus und anderen.