Leser der Volksstimme lassen die Historie der früheren Gaststätte im Gänsefurther Busch wieder aufleben. Etliche Zuschriften sind selbst Wochen nach der Auflösung eines Heimaträtsels dazu eingegangen. Eine Staßfurterin hat gern auch in ihrer privaten Fotokiste nachgeschaut und wurde fündig.

Gänsefurth/Staßfurt l Als Christa Heinrichs kürzlich die Zeitung aufschlug, war sie gerührt. Erinnerungen an die eigene Kindheit kamen hoch, als die Staßfurterin einen heimatgeschichtlichen Beitrag zur Historie der früheren Gaststätte in Gänsefurth und die Bootsfahrt dorthin las. Dass ein Kahn von Staßfurt aus dorthin schipperte, kann auch Frau Heinrichs bestätigen. Sie holt ein privates Foto hervor. Es wurde vor über 80 Jahren aufgenommen und zeigt die heute 86-Jährige als kleines Mädchen.

Drei oder vier Jahre alt müsse sie als Kind auf dem Bild gewesen sein, schätzt die nette Frau mit dem gutmütigen Lächeln und berichtet, dass sie darauf zusammen mit ihrem Vater zu sehen ist. Der Junge neben ihr sei ein Spielgefährte gewesen, sagt sie, dass es sich dabei um den Sohn des Mannes handelte, der auf den Auslöser drückte.

Wo das passierte, kann die Staßfurterin auch berichten. "Das war die Anlegestelle `Mühlgraben` in Staßfurt", berichtet Frau Heinrichs und sie bestätigt, wie viele andere Leser auch, dass der Kapitän des Bootes Herr Lindenberg hieß. Auch schätzt sie, dass der Bootsmann später verunglückt sein muss, weil es dann plötzlich keine Dampferfahrten mehr gab. Der Sohn des Kapitäns habe aber noch lange Zeit danach ein schönes Fischgeschäft betrieben.

Doch zurück zur Bootstour. Christa Heinrichs denkt daran zurück, dass sie vom Mühlgraben aus immer "Zum Schütz", einer Gaststätte, fuhr. Die lag auf dem Weg nach Gänsefurth.

Fahrten dorthin sind auch einer weiteren Leserin im Gedächtnis geblieben. Renate Schulze aus Staßfurt berichtet: "Wir sind früher oft mit Kind und Kegel nach Gänsefurth gefahren. Nicht mit dem Auto ... Blödsinn, natürlich mit dem Kinderwagen. Mein jüngster Bruder lag darin. Über dem Wagen lag ein Brett. Da saß ich drauf. Ich war der fünfte Streich. Rechts und links gingen meine zwei Schwestern", hat Frau Schulze das Bild von damals noch ganz genau im Kopf.

"Das war eine glückliche Zeit, obwohl wir es nicht leicht hatten."

Ihre Mutti, erzählt sie weiter, schob den Wagen. Und die ältere Schwester und der ältere Bruder gingen vorne weg. Leider habe der Vater nicht mitkommen können. Er war Lokführer und musste arbeiten. Trotzdem, die Ausflüge in den Gänsefurther Busch sind unvergessen. "Das war eine glückliche Zeit, obwohl wir es nicht leicht hatten. Sechs Kinder, wir waren nicht reich, aber gut erzogen", freut sich die heute 71-Jährige, dass sie nach wie vor einen solch guten Kontakt zu all ihren Geschwistern pflegt.

Schöne Erinnerungen wie diese druckt die Volksstimme auch weiterhin gern ab. Wer Fotos oder weitere Gedanken zur Heimatgeschichte der Stadt Hecklingen hat, kann diese auch zu anderen Themen der Redaktion gern zukommen lassen.

Per E-Mail erreichen Sie die zuständige Mitarbeiterin unter info@nora-menzel.de. Oder Sie schreiben einen Brief (Redaktion Volksstimme, Nora Menzel, Gollnowstraße 6, Staßfurt)

Bilder