Schneidlingen l Droht den Hausbesitzern in Hecklingen flächendeckend der Zwangsanschluss an öffentliche Regenwasserleitungen? Seit vor einigen Wochen ein Gutachten des für die Entsorgung zuständigen Zweckverbandes in Umlauf gekommen ist, gebe es allerhand Gerüchte, meint der Hecklinger Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU). Dabei, so Kosche, sei das Gutachten nicht geeignet, um einen Zwangsanschluss zu begründen, zitierte er aus dem umfangreichen Papier.

Bei der Sitzung des Ortschaftsrates Schneidlingen hatte er das Gutachten für die Ortsräte mit dabei. In Ruhe sollten sie sich die Untersuchung ansehen, meinte er.

Der Zweckverband sei verpflichtet, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen. Eine Pflicht für einen Hausbesitzer, sich an einen Regenwasserkanal anzuschließen, ergebe sich daraus nicht. Unklar sei ihm, wie der Verein für bezahlbares Abwasser bei den vorliegenden Fakten zu einem anderen Ergebnis komme, erklärte der Hecklinger Bürgermeister in Schneidlingen. "Wir hatten die Leute des Vereins mit am Tisch und haben ihnen die Rechtslage erläutert", sagte er. Das hinterher wieder die Leute verunsichert werden, sei für ihn unverständlich, sagte er weiter. "Wir haben alle Fakten auf den Tisch gelegt", erklärte Kosche. Es gebe keine Absicht, einen Anschlusszwang für Grundstücke im Verbandsgebiet mit dem Gutachten zu begründen, versicherte er.

Kosche sieht vor allem die nahende Kommunalwahl als Auslöser der hektischen Aktivitäten des Vereins. Dabei müsste aber allen klar sein, wies er hin, dass die Gemeinden als Eigentümer des Zweckverbandes kein Interesse an einem Anschlusszwang für Regenwasser für ihre Bürger hätten. Nur in wenigen begründeten Fällen könne es dies geben, wies er hin. Wenn beispielsweise ein Grundstück mit der Hausgröße identisch sei und folglich kein Platz zum Versickern des Regens vorhanden sei, müsse über eine Regelung nachgedacht werden. Wer aber ausreichend Platz zum Versickern hat, müsse sein Regenwasser nicht in einen öffentlichen Kanal einleiten, sagte er weiter.

Es sei jetzt nicht die Zeit Panik zu machen und die Bürger zu verunsichern, sondern sachlich mit dem Gutachten umzugehen, sagte er weiter. Deswegen wolle er das Papier natürlich den Ortschaftsräten in den Ortschaften zur Verfügung stellen, damit sie sich selbst ein Bild machen können. Als Wahlkampfthema sei das Regenwasser aber nicht geeignet, meint der Hecklinger Bürgermeister.

Für Aufmerksamkeit hatte die Studie vor allem durch die farbig gestalteten Ortskarten gesorgt. Rote Markierungen sollen darauf verweisen, dass hier eine Versickerung des Regenwassers problematisch sein könnte. Fast ganz Hecklingen, hatte vor Wochen der Hecklinger Verbandsvertreter Manfred Mairose geklagt, sei rot gekennzeichnet.

Auch Teile von Schneidlingen erhielten die rote Farbe in der Übersicht. Die Ortschaft im ländlichen Raum dürfte allerdings kaum Probleme mit dem Regenwasser haben. Schwierig dürfte es für die Grundstücke nur werden, die wegen der wechselnden Höhenlage das Regenwasser für die Versickerung auffangen müssen, meinte der Stadtchef weiter und verwies auf die Studie.