Wie ist das Jahr 2010 aus Sicht des Bürgermeisters für die Stadt Hecklingen gelaufen? Nora Menzel sprach mit Hans-Rüdiger Kosche darüber, wie seine Jahresbilanz ausfällt und was für 2011 in Planung ist.

Volksstimme: Wie schätzt der Bürgermeister der Stadt Hecklingen das zurückliegende Jahr ein?

Kosche: Vor dem Hintergrund, dass sich die Stadt seit 2005 in der Haushaltskonsolidierung befindet, war es doch relativ erfolgreich.

Volksstimme: Was ist aus Ihrer Sicht gut gelaufen?

Kosche: Verschiedene Baumaßnahmen konnten mit Hilfe verschiedener Zuschüsse und Förderungen beendet oder angeschoben werden. Zu nennen ist der Abschluss des grundhaften Ausbaus weiterer Bauabschnitte der Hermann-Danz-Straße sowie Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Quedlinburger Straße. Auch die Neugestaltung des Goldbachgrabens hat sich bereits bewährt. Niederschlagswasser auf den Äckern kann besser abgeführt werden. Dazu gehört auch der Neubau mehrerer Brücken. Das wäre ohne eine damit verbundene Förderung aber nicht möglich gewesen. Immerhin konnten wir mit Hilfe des Zuschusses rund 940 000 Euro in die Sanierung der Vorflut investieren. Unterstützung aus dem Konjunkturpaket II hat uns ebenfalls geholfen, weiter voran zu kommen und Heizungsanlagen am Grundschulstandort Groß Börnecke sowie das Dach der Turnhalle zu erneuern. Im Ortsteil Hecklingen wurde den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug beschafft. Seit Oktober erhalten die Kameraden der freiwilligen Ortsfeuerwehren eine Feuerwehrrente. Positiv ist auch, dass die Stadt Hecklingen in das Teilentschuldungsprogramm "Stark II" des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen wurde. Damit kann die Schuldenlast der Kommune gesenkt werden, indem zwei Darlehen zusammengefasst werden. Das Land gewährt uns dafür einen 30-prozentigen Tilgungszuschuss und der liegt bei immerhin rund 650 000 Euro.

Volksstimme: Was hätte 2010 in der Stadt aus ihrer Sicht besser laufen können?

Kosche: Dass die Stadt mehr Geld zur Verfügung gehabt hätte, um weitere Maßnahmen umzusetzen. Etwa für den Ausbau des Radwegenetzes oder die Versorgung der Haushalte mit schnellerem Internet. Der Breitband-Ausbau ist aber noch nicht ad acta gelegt, wir sind dran, weitere Möglichkeiten der Umsetzung zu prüfen. Im Großen und Ganzen machen der Stadt aber Kürzungen der Zuweisungen aus dem Finanzausgleichsgesetz zu schaffen. Das Land zahlt Hecklingen als notleidende Kommune zwar eine Liquiditätshilfe, diese wurde aber 2010 nur zur Hälfte gewährt. Um unseren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, musste die Kreisumlage erneut gestundet werden. Da bleibt kaum Spielraum für freiwillige Aufgaben. Wir sind von den Aufsichtsbehörden aufgefordert, weiter zu sparen und Einnahmepotenziale voll auszuschöpfen. So mussten 2010 die Hebesätze der Gewerbesteuer und der Grundsteuer angehoben werden.

Volksstimme: Nicht unumstritten war 2010 die Schließung des Grundschulstandortes Schneidlingen, weil kein Geld für Dachsanierung da ist. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Kosche: Ein Grundschulzentrum in Groß Börnecke zu errichten, wo die Kinder aller drei Ortsteile, also aus Schneidlingen, Cochstedt und Groß Börnecke lernen, finde ich nach wie vor richtig.

Volksstimme: Und warum?

Kosche: Weil dort aus meiner Sicht für die Kinder bessere schulische und außerschulische Bedingungen geschaffen werden. Die Turnhalle befindet sich beispielsweise direkt neben dem Haus auf dem Schulgelände, ebenso wie ein Spielplatz. Zudem bietet das Gebäude viel Raum. Fachkabinette könnten eingerichtet werden.

Volksstimme: Was wünschen Sie sich für 2011?

Kosche: Dass sich die Zusammenarbeit der Abgeordneten im Hecklinger Stadtrat verbessert. Ich würde mir ein manchmal konstruktiveres Miteinander wünschen, in dem es um die Sache geht.

Volksstimme: Und was nimmt sich die Stadt speziell der Bürgermeister für 2011 vor?

Kosche: Die geplanten Baumaßnahmen in der Stadt wie angekündigt umzusetzen. Dazu gehört im Ortsteil Hecklingen die Sanierung der Turnhalle sowie der Burgtalstraße. In Cochstedt steht der grundhafte Ausbau der Böklinger Straße in weiteren Bauabschnitten bevor.