Wer nicht allein sein mag, ist beim Sozialverband in Hecklingen an der richtigen Adresse. Die Mitglieder freuen sich über jeden, der zu ihnen kommt. Die Volksstimme stellt die gesellige Gemeinschaft heute vor.

Hecklingen l Montags ist Frauennachmittag: "Den kann uns keiner nehmen", wirft eine der Damen am Tisch lachend in die Runde. Die anderen stimmen fröhlich zu. Bei Kaffee und Kuchen haben es sich über zehn Teilnehmerinnen gemütlich gemacht. "Heute sind einige krank", erklärt Frauensprecherin Elisabeth Meyer, warum der Stammtisch nicht komplett ist. Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Die Damen lassen in Gesprächen die Vergangenheit aufleben. "Früher haben wir zusammen so viel Handarbeit gemacht", berichtet Elisabeth Meyer von vielen Ideen, die beim Stricken oder Häkeln schon umgesetzt wurden.

Für die Kinder und Enkel seien auf diesem Weg schon viele Geschenke auf den Weg gebracht worden. Eine andere Frau berichtet lachend von einem gelben Pullunder mit Karos, so wie ihn der Komiker Olaf Schubert trägt. Den habe sie für ihren Enkel nachstricken müssen. Und Elisabeth Meyer erzählt, dass sie für den Sohn im Moment Hausschuhe häkelt, die aussehen wie Panzer. Mit Interesse haken die anderen Damen nach, wie sie das hinbekommt und erfahren, dass Elisabeth Meyer sich eine Anleitung zum Häkeln der "Panzerhausschuhe" aus dem Internet besorgt hat. Und so geht es thematisch bis zur "Propellermütze" immer weiter.

Der Besuch der Volksstimme-Mitarbeiterin stört niemanden. Die Damen berichten munter drauf los, was sie sonst noch alles gemeinsam machen. Sie erzählen von Gesellschaftsspielen, die montags ausgepackt werden. Außerdem gehört dem Hecklinger Sozialverband ein Tanzkreis an, der in der Regel 16 Uhr montags in der Turnhalle zusammen kommt. Weitere Treffen finden im Stammlokal "Zur Kegelbahn" statt. Dienstags treffen sich die Männer und Frauen dort immer abwechselnd mal zum Kegeln, mal um gemeinsam Rommee zu spielen. Donnerstags gehen alle interessierten Frauen der Gemeinschaft zusammen zur Gymnastik.

Vorsitzender des Ortsverbandes in Hecklingen ist Ernst Meyer. Er weiß, dass die 1991 ins Leben gerufene Gemeinschaft derzeit 78 Mitglieder zählt. Tendenz sinkend. Wie viele andere Vereine auch hat der Sozialverband in Hecklingen damit zu kämpfen, dass die Gruppe immer kleiner wird, weil wenig neue Interessenten dazu stoßen.

Dabei hat der Verband viel zu bieten. Drei Fahrten werden jährlich angeboten. Am morgigen Donnerstag fahren rund 50 Leute aus Hecklingen gemeinsam mit dem Bus zum Barockschloss Hundisburg. Außerdem geht es Ende Mai, Anfang Juni von Potsdam ausgehend auf Seenrundfahrt und im Herbst zur Rammelburg in den Süd-Harz. "Uns geht es in erster Linie darum, unseren Mitgliedern einige frohe Stunden zu bereiten", sagt Ernst Meyer, dass es ihm wichtig ist, den Alltag für die Mitglieder abwechslungsreich zu gestalten. Er und die anderen freuen sich über jeden, der neu zum Sozialverband dazu kommt.

So sind schon Freundschaften entstanden. Auch zur ortsansässigen Einrichtung der Lebenshilfe, die sich um Menschen mit einer psychischen Krankheit kümmert. Gegenseitige Besuche und Hilfe gehören zum festen Jahresplan. Der Verband möchte diese Verbindung nicht missen.

Interessenten erfahren mehr unter (0 39 25) 28 46 27.