Staßfurt (rki) l Der Kulturausschuss des Stadtrates wird sich am Mittwoch um 18.30 Uhr im Rathaus nicht nur mit dem Haushaltsplanentwurf für das laufende Jahr, sondern auch mit der Entwicklung des Salzlandtheaters beschäftigen.

Das Haus wird seit Ende 2005 vom Theaterförderverein geführt. Deshalb nimmt auch dessen Vorsitzende Karin Marzahn heute an der Sitzung teil. "Wir wollen dort die neue künstlerische Leiterin des Hauses, Sandy Gärtner, sowie das neue Programm vorstellen", sagte die Vereinschefin.

Ob dort auch der geschasste Theaterchef Norbert Viertel erscheint, ist noch offen. Er forderte im Vorfeld der Sitzung: "Das Salzlandtheater braucht einen wirklichen personellen Neubeginn auch in der Spitze des Vorstandes des Theaterfördervereins. Das mühsam erarbeitete Vertrauen beim Publikum, bei Künstlern und Agenturen, dass es sich in meiner Zeit wieder erworben hat, ist beschädigt. Auch das sagen die massiv zurückgegangen Verkaufszahlen aus."

Und das Vertrauen, das wichtigste Gut eines Theaters, könne in der weiter bestehenden Besetzung des Vorstandes mit Karin Marzahn, Stephan Czuratis und Dörte Stein auf lange Zeit nicht zurückkehren. Auch eine von diesem Personenkreis ausgewählte Theaterpädagogin könne nicht funktionieren. "Die Probleme lassen sich voraussehen und wenn Stadt und Sponsoren weiterhin nicht handeln, wird dieses Haus die Bode runtergehen", prophezeit Viertel und fügte hinzu: "Vielleicht sollte auch mal darüber nachgedacht werden, ob dieses schöne Haus nicht generell in Profihände gehört. Das Problem ist: Noch einmal einen Theaterchef für 2000 Euro Brutto zu finden, wird schwierig."

Karin Marzahn will auf die Vorwürfe erst Anfang der kommenden Woche antworten, sagte sie gestern. "Wirtschaftlich kann es nicht so weitergehen wie bei Herrn Viertel", ließ sie durchblicken.

Oberbürgermeister René Zok sagte auf die Querelen angesprochen: "Das Wichtigste ist, dass das Salzlandtheater in unserer Stadt erhalten bleibt." Er sehe nach wie vor keine Veranlassung, sich in die Arbeit des Theaterfördervereins einzumischen. Das gebe auch der Vertrag, den die Kommune damals mit dem Verein und zu dessen Unterstützung geschlossen habe, nicht her. Er sieht unter anderem vor, dass die Stadt für die Kosten des Theaterleiters aufkommt.