Zum Heimaträtsel sind in dieser Woche nur richtige Lösungen eingegangen. Der Fotograf hatte vor vielen Jahrzehnten die Badeanstalt in Hecklingen im Blick.

Hecklingen l Am Ende der Teichstraße lag sie, dicht neben dem heutigen Bolzplatz des Sportvereins Sankt Georg Hecklingen: Die Badeanstalt. "Mädels und Jungen nutzten sie, vergnügten sich hier in ihrer oft kargen Freizeit. Denn in den Sommermonaten stand die Feldarbeit auch für die Kinder im Mittelpunkt des täglichen Lebens", heißt es in heimatgeschichtlichen Aufzeichnungen dazu.

Darin kann auch nachgelesen werden, dass dafür einst Wasser einer Quelle genutzt wurde, die auf dem "Zwickel" zwischen Teich- und Neundorfer Straße entsprang und zuerst einen kleinen Teich füllte und dann in einem Graben entlang der Teichstraße in den Trothaischen Fischteich mündete. "Hier an diesem Teich baute man um 1895 die Badeanstalt auf", heißt es. Und weiter: "Gutsarbeiter (verlegten) ...direkt neben dem Graben in einer bestimmten Tiefe Tonrohre, in denen das frische Quellwasser in die Becken strömte."

Von den Teichen ist heute nichts mehr zu sehen. Der obere kleine Teich soll um 1928 zugeschüttet worden sein. Der große Teich, in dem Karpfen schwammen, diente den Unterlagen nach während des großen Hochwassers 1937 als Auffangbecken und war anschließend so verschlammt, dass er zugeschüttet werden musste. "Die Badeanstalt aber blieb bis 1955 erhalten." Ernst Meyer aus Hecklingen erinnert sich: "Kamen wir Kinder in die Badeanstalt, so befand sich gleich links ein kleines Häuschen. Hier war das Reich Otto Paulis, der hier die fünf Pfennig, später zehn Pfennig Eintritt kassierte, ab und an mit einer handgetriebenen Eismaschine Eis herstellte oder ein Päckchen Brausepulver anbot." Otto Pauli war der Inhaber eines Kolonialwarenladens in der Blauersteinstraße und hatte die Badeanstalt gepachtet. Ernst Meyer weiß: "Rechts befanden sich die Umkleidekabinen, die Becken waren mit einer Holzleiste, die auf Pfosten ruhte, gesichert."

Das wusste auch Karin Stöcker aus Hecklingen, die in der Badeanstalt schwimmen lernte. Und Gisela Franke aus Staßfurt erzählte am Lesertelefon, dass sie Ende der 1940er Jahre in dem kleinen Haus auf dem Foto mit ihrer Familie wohnte. Gabriele Schlichting aus Hecklingen musste schmunzeln, als sie das Heimaträtsel dieser Woche in der Zeitung sah, weil sie bei diesem Foto immer einen kleinen blonden Jungen vor Augen hat, der zum Baden, wie sie schreibt, ein Unterhemd trug, welches unten mit einer Sicherheitsnadel zu gemacht wurde, da er keine Badehose hatte. "Der kleine Junge ist mein Vati und wir lachen heute noch darüber", schreibt Gabriele Schlichting.

Sie ist die Gewinnerin der Heimaträtselaktion in dieser Woche und kann sich in der Redaktion der Volksstimme in Staßfurt einen kleinen Preis abholen.

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