Die Freiwillige Feuerwehr Egeln blickte als letzte Wehr in der Verbandsgemeinde auf 2013 zurück. Die vergangenen Monate waren nicht nur einsatzreich, sondern auch emotional anstrengend für die Feuerwehrleute.

Egeln l Deutliche Worte gab es gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus Egeln. Wehrleiter Edwin Zwintzscher hatte eine Auszeit benötigt. Andauernde Diskussionen über die Ausrüstung der Wehr hätten ihm schlaflose Nächte bereitet, sagte er. Er habe anfangs seine Funktion niederlegen wollen, schilderte er den Kameraden. Doch er habe gespürt, dass die Egelner Feuerwehrleute hinter ihm stehen, sagte er weiter. Die Feuerwehrleute hätten ein anspruchsvolles Jahr hinter sich gebracht. Wichtig sei aber immer der faire Umgang miteinander, sagte er weiter. "Ich biete allen Wehren der Verbandsgemeinde die Zusammenarbeit an", betonte er.

Wohl kaum Rückhalt hatte der Gemeindewehrleiter Matthias Schmidt. Der Borner Feuerwehrmann hatte vor einigen Wochen das Handtuch geworfen. Während der Jahreshauptversammlung schilderte er, wie es dazu gekommen war. Nach Angriffen - auch unter der Gürtellinie - habe er sich zum Rückzug entschlossen, sagte er.

Nur miteinander funktioniere die Zusammenarbeit, meldete sich Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr zu Wort. Es könne nicht sein, dass zwei, drei Leute immer wieder Unruhe in die Feuerwehren brächten, dass dauernd Aussprachen geführt werden müssten, sagte er.

Hintergrund der Auseinandersetzungen war offenbar das Technikkonzept nach der Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges für Egeln. Für das neue Einsatzfahrzeug sollte Technik abgebaut werden.

Stöhr bedauerte öffentlich am Sonnabendabend den Rücktritt des Gemeindewehrleiters. Der habe sehr gute Arbeit geleistet, würdigte er das Engagement von Matthias Schmidt.

Auch ohne die internen Diskussionen hatten die Egelner Feuerwehrleute ein abwechslungsreiches Jahr. 59 Einsätze verzeichnet die Statistik. Damit stieg - vor allem durch die Hochwassereinsätze bedingt - die Einsatzzahl deutlich an. Gleich im Februar 2013 hatten die Egelner ihre Feuerprobe zu bestehen, als eine Scheune mit Stroh und Technik gefüllt, abbrannte.

Neben dem Hochwasser sorgten außerdem zwei Sturmtiefs für zahlreiche Einsätze für die Blauröcke durch abgeknickte Bäume.

Die ständige praxisnahe Übung ist für die Egelner wichtig. Jeden Freitag treffen sich die Feuerwehrleute dazu ab 19 Uhr in ihrem Gerätehaus an der Worthstraße, um sich mit praktischen und theoretischen Übungen am Ball zu bleiben. Um vor allem bei Wohnungsbränden mehr Routine zu entwickeln, besuchten einige Egelner eine spezielle Übungsanlage in Bitterfeld-Wolfen. Die Erfahrungen in Brandübungscontainern hilft den Feuerwehrleuten, im Einsatzfall die Gefahr durch das Feuer besser einschätzen zu können. Außerdem üben die Feuerwehrleute die notwendigen Handgriffe unter der schweren Atemschutzausrüstung. Im Ernstfall ist es wichtig, dass die Handgriffe besonders gut sitzen, um schnell und effektiv Hilfe leisten zu können, sind die Egelner Feuerwehrleute von der ständigen Ausbildung überzeugt.