1075 Jahre wird der Ort Unseburg in diesem Jahr alt. Eine bewegte Geschichte liegt hinter dem Dorf und dessen Einwohnern. Ein kleiner Teil der Geschichte ist auch das "Millionen-Haus" in der Gemeinde. Doch wie kam dieses Haus zu seinem Namen?

Unseburg l Haben Sie, liebe Leser, schon einmal von dem "Millionen-Haus" in Unseburg gehört? Woher stammt dieser Name? Lebten dort reiche Leute, waren in den Mauern Millionen versteckt, benötigte man zum Bau eine Million Steine? Eberhard Bethge von der Unseburger Heimatstube hat im Rahmen des anstehenden Jubiläums "1075 Jahre Unseburg" die Geschichte des Unseburger Millionen-Hauses aufgeschrieben: Um dem stetigen Lehrerwechsel an der Schule vorzubeugen, baute die Gemeinde auf dem ihr gehörenden Grundstück an dem damaligen Altenweddinger Weg, der heutigen Bahnhofstraße in Unseburg, ein Vierfamilien-Wohnhaus. Zu dem Haus gehörten Stallungen und Hausgärten. Denn wie viele Tagelöhner hatten auch die Lehrer Kleintierhaltung.

Die Planunterlagen sahen für den Bau eine Finanzierung von 1 226 729,76 Reichsmark vor. Bei der Fertigstellung am 17. Januar 1932 war die Bausumme auf 5 355 074,75 Reichsmark angestiegen. Wir erinnern uns, die Jahre 1922/23 waren die Jahre der Hyperinflation. Aus den Bausummen 1,2 beziehungsweise 5,3 Millionen Reichsmark leitete sich für den Volksmund der vereinfachte Begriff, das "Millionen-Haus" ab. Nach 1924 erfolgte an der Schule aber ein Lehrerabbau und das "Millionen-Haus" wurde von der Gemeinde anderweitig vermietet.

Nach einigen Besitzerwechseln erfolgte im Jahr 2013 - mit neudeutschem Begriff - der Rückbau, nach nur 90 Jahren. Der Volksmund sagt, das "Millionen-Haus" wurde abgerissen. Mit dem Abriss erfolgte somit auch die Löschung des für Unseburg geprägten Begriffes "das Millionen-Haus".

Bilder