Egeln l Da das Landesschulamt dem Schulentwicklungsplan des Kreistages für das Gymnasium Egeln widersprochen hat, wollen die Egelner Stadträte jetzt den Petitionsausschuss des Landtages anrufen. Sie sehen Grundrechte missachtet. Darauf hatte man sich in der vergangenen Woche während der Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Egeln verständigt.

Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr hat am Dienstag als Privatperson eine entsprechende Petition beim Landtag Sachsen-Anhalt eingereicht. Mit 33 Unterschriften wurde sie auf den Weg gebracht. "Es ist ein Unding, wie eine Landesbehörde, in diesem Fall das Landesschulamt, mit dem Kreis und mit uns umgeht. Man versucht eine 90 Jahre alte Tradition mit zwei Zeilen vom Tisch zu kriegen", erklärt Michael Stöhr den Schritt, den Petitionsausschuss einzuschalten. Nicht einmal eine Begründung gab es vom Landesschulamt für die Verweigerung der zehnjährigen Außenstelle für das Egelner Gymnasium.

Um eine Petition einzureichen, reicht eigentlich eine einzelne Person. "Aber es wäre schön, wenn die Abgeordneten sehen könnten, dass das Gymnasium vielen Menschen am Herzen liegt. Daher rufe ich alle auf, die den Egelner Standort unterstützen wollen, sich an der Sammelpetition zu beteiligen", so Stöhr weiter. Entsprechende Listen liegen im Bürgerservice der Verbandsgemeinde aus (Öffnungszeiten: Montag 9 bis 16 Uhr, Dienstag 9 bis 18 Uhr, Mittwoch 9 bis 13 Uhr, Donnerstag 9 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 16 Uhr).

Mit der Petition wolle man die mittelfristige Sicherung des gymnasialen Standorts in Egeln als Haus III des "Dr. Frank Gymnasiums" Staßfurt für mindestens zehn Schuljahre und insbesondere die Bildung von fünften Klassen in Egeln erreichen.

Der Kreistag hatte im Dezember 2013 folgendes beschlossen: Das Gymnasium Egeln wird als selbständige Bildungseinrichtung zum 31. Juli 2014 geschlossen und als dritter Standort des Dr. Frank Gymnasiums Staßfurt ab dem Schuljahr 2014/15 für mindestens zehn Schuljahre fortgeführt. Zur Qualitätssicherung des Unterrichts wird für den Standort Staßfurt des Dr. Frank Gymnasiums eine maximale Aufnahmekapazität in Form einer Vierzügigkeit ab dem Schuljahr 2014/15 festgelegt.

In dem Begründungsschreiben des Landesschulamtes heißt es allerdings dazu: Die Beantragung der Fortführung der Beschulung in Egeln als Haus III des Staßfurter Gymnasiums, nach beschlossener Schließung des Gymnasiums Egeln, für mindestens zehn Jahre wird abgelehnt. Hingegen wird die Einrichtung einer Außenstelle in Egeln zunächst für das Schuljahr 2014/15 bestätigt.