Staßfurt. Die lange Schließung der Stadtbibliothek im Jugend- und Bürgerhaus in Staßfurt-Nord, in der der Fußboden aufgrund von giftigen Dämpfen komplett erneuert werden musste, stößt beim Vorsitzenden des Sozialausschusses des Stadtrates, Ralf-Peter Schmidt (Die Linke), auf Unverständnis. "Das schadet der Bildungslandschaft", sagte der Kommunalpolitiker, der auch Stadtchef der Linken ist, gegenüber der Volksstimme.

Letzter Gast vor der Schließung des Hauses am 1. Februar 2010 sei Hans-Jochen Tschiche gewesen. Der Chef des Vereins Miteinander war am 30. Januar 2010 auf Einladung der Staßfurter Linken zu einer Gesprächsrunde im Anschluss an die traditionelle Mahn- und Gedenkveranstaltung anläßlich der Würdigung des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gekommen. "Zu diesem Zeitpunkt gab es übrigens noch keine Bedenken, dass der Gast gesundheitlichen Schaden nehmen könnte", sagte Schmidt. Er verwies darauf, dass seine Fraktion im Stadtrat mehrfach auf eine zügigere Lösung für die Bibliothek gedrängt hatte, zumal eine solche Einrichtung nicht nur symbolhaft als ein Bildungsangebot in dem immer so angepriesenen Mittelzentrum fungiere.

Schmidt: "Warum hier die Stadtverwaltung so viel Klärungszeit benötigte, erklärt sich mir nicht und ist meinerseits eindeutig zu kritisieren." Es habe immer wieder neue Versprechen gegeben.

Hätte seine Stadtratsfraktion gewußt, dass sich das Thema so lange hinziehen werde, hätte sie einen Ausweichstandort beantragt. Schmidt fordert schnelles Handeln: "So etwas darf uns nicht wieder passieren! Ich hoffe sehr, dass der Oberbürgermeister das Schließungsjahr nicht vollmacht und die Nutzer bald wieder Besitz von der Bibliothek ergreifen können", sagte Schmidt.