Der Abwasserzweckverband (AZV) "Bodeniederung", der aufgrund seiner vom Landesrechnungshof bescheinigten Misswirtschaft Jahre lang für Negativschlagzeilen sorgte, wird wie geplant bis Ende 2015 abgewickelt.

Staßfurt l Diesen Zeitplan bekräftigte der vom Verband eingesetzte Abwickler, Siegfried Baumann, aus Bremen in der jüngsten Verbandsversammlung des AZV. Dessen Aufgaben hatte der Wasser- und Abwasserzweckverband "Bode-Wipper" Staßfurt im Januar 2011 übernommen. Seit dieser Zeit befindet sich der AZV in der Liquidation. Der Vorsitzende der AZV-Verbandsversammlung, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Egelner Mulde, Michael Stöhr, begrüßte Baumanns Aussage. Denn damit sei für die Mitgliedsgemeinden absehbar, dass sie dann nicht mehr mit sehr hohen Umlagen zur Reduzierung des negativen Eigenkapitals beitragen müssen, sagte der Kommunalpolitiker.

Die Kommunen haben in den vergangenen Jahren bereits Schritt für Schritt die gigantische Summe von 19 Millionen Euro abgetragen. Dabei handelte es sich um Kredite, die der Verband damals mit Duldung der Kommunalaufsicht zur Finanzierung der Gebührendefizite aufgenommen hatte.

In diesem und im kommenden Jahr müssen die Mitgliedsorte der Verbandsgemeinde Egelner Mulde sowie die Städte Aschersleben (für die Ortsteile Winningen und Wilsleben), Staßfurt (für die Ortsteile Athensleben, Löderburg und Neundorf) undHecklingen (für die Ortsteile Groß Börnecke, Hecklingen und Schneidlingen) noch einmal tief in die Kasse greifen.

Denn der von der Verbandsversammlung beschlossene Wirtschaftsplan des AZV für 2014 sieht eine Verbandsumlage zur Deckung der Kosten in Höhe von insgesamt 1,603 Millionen Euro vor.

Das sind 68,69 Euro je Einwohner und damit weniger als im vergangenen Jahr, sagte der Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserzweckverbandes "Bode-Wipper" Staßfurt, Andreas Beyer.

Davon entfallen auf Aschersleben 73 638,78 Euro, auf die Egelner Mulde 772 314,13 Euro, auf Hecklingen 424 247,28 Euro und auf Staßfurt 333 091,81 Euro.

Der ausgeglichene Vermögensplan des AZV umfasst Finanzierungsmittel (Einnahmen) in Höhe von 1,603 Millionen Euro und einen Finanzierungsbedarf (Ausgaben) in Höhe von 1,603 Millionen Euro. Die Höhe der Kreditaufnahme zur Finanzierung von Investitionsmaßnahmen im Wirtschaftsjahr 2014 wird auf 0 Euro festgesetzt. Das gleiche gilt für den Höchstbetrag, bis zu dem Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben in Anspruch genommen werden dürfen.

Überschuss von 768 000 Euro im Jahr 2012 erzielt

Darüber hinaus beschäftigten sich die Vertreter der Mitgliedsgemeinden mit dem Jahresabschluss des AZV für 2012. Die Kommunalpolitiker stellten ihn fest und entlasteten die Göken, Pollak Partner Treuhandgesellschaft mbH als Abwickler, vertreten durch Siegfried Baumann, für das Wirtschaftsjahr 2012.

Der von der Wirtschafts- und Steuerprüfung Wikon unter die Lupe genommene Jahresabschluss sah überwiegend Erträge aus Säumniszuschlägen, Mahngebühren und Abwicklungskosten in Höhe von 66 000 Euro vor. Im Jahr zuvor waren es noch 320 000 Euro.

Darüber hinaus wurden Anwalts- und Gerichtskosten beglichen und eine Rückstellung für die Rückzahlung von Niederschlagswassergebühren vorgenommen. Dafür wurden insgesamt 396 000 Euro ausgegeben. Im Jahr zuvor waren es 372 000 Euro.

Zudem konnten Erträge in Höhe von 1,36 Millionen Euro durch die Rückerstattung der Umsatzsteuer auf Liquiditätshilfe-Kredite verbucht werden. 2011 gab es hier noch ein Minus von 1,6 Millionen Euro.

Das Minus beim Betriebsergebnis 2011 in Höhe von 1,6 Millionen Euro konnte 2012 in einen Jahresüberschuss von 768 000 Euro verwandelt werden. Letzterer soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.